Teenager (17) stirbt – weil er Duschkopf berührte
Er hob den Duschkopf in einem Ferienhaus in Griechenland auf – dann war er tot. Der Fall sorgt für Rufe nach strengeren Sicherheitskontrollen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein 17-jähriger Ire starb durch einen Stromschlag in der Dusche in Griechenland.
- Ermittler vermuten einen Defekt am Boiler oder in der Elektroinstallation.
- Der Bürgermeister hatte die entsprechende Zertifizierung 2024 selbst unterschrieben.
Alex M. (17) aus Irland starb, als er in einem einfachen Aussenbad den Duschkopf berührte. Der Vorfall geschah am 9. August, nur drei Tage nach der Ankunft der Familie auf Kimolos.
Die griechische Insel ist die Heimat seiner Mutter. Die Familie verbrachte dort regelmässig ihre Ferien im selben, über 50 Jahre alten Steinhaus.

Ein Arzt der Insel, Agapitos Xanthis, schilderte gegenüber dem griechischen Fernsehen, wie knapp eine zweite Tragödie verhindert werden konnte. Die Mutter habe beim Versuch, ihrem Sohn zu helfen, ebenfalls einen Stromstoss gespürt.
«Ich habe ihr gesagt, sie solle sofort den Hauptschalter ausschalten», so der Arzt. Eine Obduktion in Piräus bestätigte später einen Stromschlag als Todesursache.
Ermittlungen richten sich gegen Warmwasserboiler
Wie die griechische Polizei gegenüber dem «Guardian» bestätigte, laufen die Ermittlungen. Im Fokus stehen der Warmwasserboiler sowie ein möglicher Fehler in der Verkabelung.

«Das Haus wurde abgesperrt, wir haben einen unabhängigen Experten angefordert», sagte ein Polizeibeamter mit Zuständigkeit für die Ägäis. Vermutet werde, dass im Sicherungskasten ein Sicherheitsventil fehlte.
Bürgermeister unter Druck
Aufsehen erregt ein weiteres Detail: Der Bürgermeister von Kimolos, Konstantinos Vendouris, ist ausgebildeter Elektriker und hatte 2024 selbst das Elektrozertifikat für die Immobilie unterschrieben.
Auch dieses Dokument wird laut Polizei nun geprüft. Vendouris zeigte sich nach dem Unglück zutiefst erschüttert, der Tod habe die knapp 1000-köpfige Inselgemeinde in Trauer gestürzt.
Die Familie kündigte rechtliche Schritte an. «Der amtierende Bürgermeister trägt eine enorme strafrechtliche Verantwortung», sagte Familienanwalt Stelios Voudouris gegenüber Open TV.
Alex M. war «wirklich talentierter junger Mensch»
Alex M. besuchte die fünfte Klasse einer Schule in Cork, Irland. Gemeinsam mit zwei Klassenkameraden entwickelte er ein innovatives Kommunikationssystem für nicht verbale Menschen mit Autismus. Dafür war er bereits ausgezeichnet worden.
Der irische Politiker Colm Burke würdigte den Teenager als «wirklich talentierten jungen Menschen mit einer riesigen Karriere vor sich».












