Sturm «Goretti» legt Frankreich lahm: 380'000 ohne Strom
Der Sturm «Goretti» fegt mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde über Nordfrankreich hinweg und hinterlässt Schäden. Hunderttausende Menschen sitzen im Dunkeln.

Der Sturm «Goretti» hat in Frankreich rund 380'000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten, wie das «Wochenblatt-News» meldet. Das Unwetter fegte in der Nacht mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde über den Nordwesten des Landes.
Nach vorläufiger Bilanz des Innenministeriums wurden lediglich sechs Menschen leicht verletzt, berichtet der «Stern». Zahlreiche Bäume stürzten um und blockierten Strassen sowie Bahnstrecken im gesamten betroffenen Gebiet.
Die Region Normandie verzeichnet mit 266'200 Haushalten ohne Strom die schwersten Folgen, wie «Sortiraparis» berichtet. Allein im Département Manche sind über 82'000 Haushalte betroffen, während die Bretagne 21'000 Ausfälle zählt.
Sturm «Goretti» sorgt für Stromausfälle und Schulschliessungen
In der Île-de-France sitzen 13'500 Haushalte im Dunkeln. Die Picardie nördlich von Paris meldet 18'500 Haushalte ohne Stromversorgung, so der französische Netzbetreiber Enedis.
In den Départements Manche und Seine-Maritime bleiben die Schulen geschlossen, berichtet das «Wochenblatt-News». Die Behörden hatten zuvor eindringlich vor den Gefahren gewarnt und die Bevölkerung aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben.
In der Bretagne brachen Wellen von zehn bis 13 Metern Höhe über einzelne Küstenabschnitte herein, meldet der «Stern».
Techniker im Grosseinsatz
Enedis hat bis zu 1600 eigene Techniker sowie 650 externe Mitarbeitende mobilisiert. Das berichtet das Portal «Sortiraparis».
Bereits am Donnerstag trafen 200 Techniker aus ganz Frankreich in der Bretagne und der Normandie ein. Die Einsatzteams arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung.
Wie lange die Arbeiten dauern, hängt vom Ausmass der Schäden am Stromnetz ab. Auch die aktuellen Wetterbedingungen spielen dabei eine entscheidende Rolle, betont der Netzbetreiber.
Sturm «Goretti» schwächer als Orkan «Ciaran»
Sturm «Goretti» hat erhebliche Schäden angerichtet. Dennoch fiel er weniger heftig aus als sein Vorgänger «Ciaran» im Jahr 2023.
Damals waren laut dem «Stern» rund 1,2 Millionen Haushalte ohne Strom. Das sind mehr als dreimal so viele wie bei der aktuellen Sturmfront.

Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes bezeichnete den Sturm gegenüber der «Straits Times» als aussergewöhnlich im Zusammenhang mit den milden Wintern in den vergangenen Jahren. Inzwischen hat sich die Wetterlage beruhigt und «Goretti» ist abgeflaut, wie das «Wochenblatt-News» meldet.












