Wer selbstständig ist, hat infolge der Pandemie oft besonders wenig Einkommen erzielt. Zudem sei auch die soziale Absicherung, insbesondere der Solo-Selbstständigen, nicht gewährleistet, so eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.
Mehr als ein Drittel der Solo-Selbstständigen haben durch die wirtschaftliche Krise aufgrund der Corona-Pandemie an Einkommen eingebüsst, so eine neue Studie. Foto: Carsten Rehder/dpa
Mehr als ein Drittel der Solo-Selbstständigen haben durch die wirtschaftliche Krise aufgrund der Corona-Pandemie an Einkommen eingebüsst, so eine neue Studie. Foto: Carsten Rehder/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben einer neuen Studie zufolge Selbstständige besonders hart getroffen.

Mehr als ein Drittel von ihnen habe im Verlauf der Krise Einkommen eingebüsst.

Das berichtete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag. Insbesondere Solo-Selbstständige ohne Mitarbeiter, die ohnehin oft unter prekären Bedingungen arbeiteten, habe die Krise schwer belastet.

Während sich an der Einkommensverteilung bei den Arbeitnehmern wenig verändert habe, sei bei den Selbstständigen eine klare Verschiebung nach unten festzustellen, heisst es in der Studie. Der Anteil derjenigen mit weniger als 1500 Euro netto im Monat habe sich verdoppelt. Am stärksten betroffen seien solo-selbstständige Frauen, von denen aktuell 33 Prozent weniger als 1500 Euro verdienten. Von den solo-selbstständigen Männern fielen 18 Prozent in diese Kategorie.

Mangelnde soziale Absicherung

«Die Erfahrung mit der Pandemie verdeutlicht, dass der Mangel an sozialer Absicherung für Selbstständige eine schwerwiegende und folgenreiche Lücke in den Sozialversicherungssystemen darstellt», heisst es in der Studie. Um diese Lücke zu schliessen, sollten Selbstständige möglichst umfassend in die obligatorischen staatlichen Versicherungssysteme einbezogen werden, fordern die WSI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Forscher hatten Daten der Erwerbspersonenbefragung der Hans-Böckler-Stiftung ausgewertet, für die zuletzt im Juli 2021 gut 5000 Erwerbstätige und Arbeitssuchende interviewt worden waren.

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