EU

    Striktere EU-Regeln für grosse Digital-Plattformen greifen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Belgien,

    Neue EU-Regeln zwingen Onlineplattformen zu mehr Fairness.

    Google und einige andere Tech-Riesen sind von der EU als «Gatekeeper» eingestuft worden.
    Google und einige andere Techriesen sind von der EU als «Gatekeeper» eingestuft worden. (Archivbild) - Mohssen Assanimoghaddam/dpa

    In der Europäischen Union greifen ab Donnerstag striktere Regeln für grosse Onlineplattformen, die einen Machtmissbrauch verhindern sollen. Die EU-Kommission machte bisher 22 Dienste von sechs Unternehmen als sogenannte «Gatekeeper» aus, für die die neuen Vorgaben gelten. Betroffen sind wenig überraschend die amerikanischen Techgiganten: Apple, Amazon, Microsoft, die Google-Mutter Alphabet und der Facebook-Konzern Meta. Daneben kam auf die Liste die Video-App Tiktok des ursprünglich aus China stammenden Konzerns Bytedance.

    Zu den Vorgaben gehört unter anderem, dass die «Gatekeeper» eigene Dienste nicht gegenüber Angeboten von Konkurrenten bevorzugen dürfen. In der Websuche von Google werden deshalb Informationen aus spezialisierten Suchmaschinen anderer Firmen künftig ausführlicher dargestellt. Auch ist untersagt, Daten aus verschiedenen Diensten zu verknüpfen.

    Rivalität und Datenschutz

    Apple muss erstmals zulassen, dass auf dem iPhone Apps aus anderen Marktplätzen als dem hauseigenen Download-Store geladen werden können. Beim Facebook-Konzern müssen die Chatdienste WhatsApp und Messenger Voraussetzungen für die Integration konkurrierender Messagingdienste schaffen.

    Doch Rivalen wie Signal und Threema zeigen wenig Interesse daran und verweisen auf ihre eigenen Datenschutz-Standards. Bei Verstössen gegen den DMA drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des jährlichen Umsatzes – und bis zu 20 Prozent im Falle wiederholter Verletzungen. Als letzte Option steht auch eine Zerschlagung im Raum.

    Gerichte könnten entscheiden

    Am Ende könnten Gerichte über mögliche Strafen entscheiden. Eine spannende Frage ist, ob die EU-Kommission die Umsetzung der DMA-Vorgaben bei Apple akzeptieren wird. Einige Unternehmen wie Spotify werfen dem iPhone-Konzern vor, die Konditionen beim Laden von Apps aus anderen Stores so gestaltet zu haben, dass dies für viele Entwickler nicht tragbar sei – und sie lieber im bisherigen Modell bleiben würden.

    Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager betonte bisher nur, dass die Kommission die Umsetzung der DMA-Vorgaben mit Priorität prüfen werde. Dem Finanzdienst Bloomberg sagte sie zugleich, die DMA-Lösungen grosser Techkonzerne sollten nicht «unattraktiv» für deren Kunden und Nutzer sein.

    Kommentare

    Weiterlesen

    20 Interaktionen
    Europa

    MEHR IN NEWS

    Vergewaltigung?
    Clean UP
    1 Interaktionen
    Abfall-Jagd
    Dieser Thurgauer fährt auch mit 73 noch Töff-Rennen
    «Vorne mitmischen»
    Kanton baut den Kindesschutz weiter aus
    Nach externer Analyse

    MEHR EU

    1 Interaktionen
    Peking
    21 Interaktionen
    Bern
    Ursula von der Leyen
    56 Interaktionen
    Brüssel
    Patric Franzen EU
    10 Interaktionen
    Bern

    MEHR AUS BELGIEN

    ukraine von der Leyen
    38 Interaktionen
    Haushaltsloch
    3 Interaktionen
    Vernetzung?
    10 Interaktionen
    Utrecht/ Brüssel
    9 Interaktionen
    Brüssel