Spiegel

    «Spiegel» löscht Storys mit totem Flüchtlingskind – Vorwürfe

    Felix Müller
    Felix Müller

    Deutschland,

    Vor vier Jahren erschütterte der Fall «Relotius» die Medienwelt. Jetzt nimmt der «Spiegel» wegen Zweifeln an Quellen erneut Reportagen aus dem Netz.

    spiegel
    Das Hauptgebäude der «Spiegel»-Gruppe in Hamburg. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Skandal um Claas Relotius hallt in der deutschen Medienbranche immer noch nach.
    • Jetzt zieht der «Spiegel» erneut Artikel wegen Zweifeln am Wahrheitsgehalt zurück.
    • Betroffen sind Flüchtlings-Reportagen vom August an der türkisch-griechischen Grenze.

    Im August erschienen im «Spiegel» mehrere Artikel und Reportagen von der türkisch-griechischen Grenze. Am Fluss Evros spielte sich demnach ein Flüchtlingsdrama ab, das gemäss Recherchen des Magazins auch das Leben der kleinen «Maria» kostete.

    Doch jetzt kommen Zweifel am tragischen Schicksal der Fünfjährigen auf: Gemäss einem «Medieninsider»-Bericht ist nicht einmal sicher, ob es das Mädchen überhaupt gab.

    Der «Spiegel» hat knapp vier Jahre nach dem «Relotius»-Skandal darum wieder vier Artikel zur Überprüfung von seiner Website genommen.

    Erinnerungen an Claas Relotius

    «An dieser Stelle befand sich ein Beitrag über das Schicksal einer Flüchtlingsgruppe am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros im Sommer 2022. Mittlerweile gibt es Zweifel an der bisherigen Schilderung der damaligen Geschehnisse.» Das steht auf der Website, wo vorher die Artikel zu lesen waren.

    Man überprüfe derzeit die Berichterstattung. Danach will man entscheiden, ob die Beiträge gegebenenfalls in korrigierter und aktualisierter Form erneut veröffentlicht würden, so die Chefredaktion weiter.

    Evros
    Flüchtlinge auf dem Fluss Evros. - AFP/Archiv

    In den Beiträgen wird beschrieben, wie das fünfjährige Flüchtlingsmädchen «Maria» im Grenzstreit an einem Skorpionstich stirbt. Dies, «weil ihr griechische Behörden jede Hilfe versagten.» Doch mittlerweile sei unklar, ob sich ihr Schicksal so zugetragen habe. Oder ob es sie überhaupt gab.

    Reporter steht zu Darstellung

    Bereits im Spätsommer soll sich der griechische Migrationsminister Notis Mitarachi brieflich an «Spiegel»-Chefredakteur Steffen Klusmann gewendet haben. Er zweifelte die Darstellung an und warf dem Magazin vor, NGO-Angaben ungeprüft weiterverbreitet zu haben.

    Wo informieren Sie sich hauptsächlich?

    Reporter Giorgos Chistides, aus dessen Feder die Geschichten stammen, hatte sich bereits im August auf Twitter geäussert. Er habe mit Eltern und Geschwistern des Mädchens gesprochen und wolle «anders als die Politik» nicht an ihnen zweifeln.

    Auch hätten ihm weitere Menschen die Existenz des Mädchens bestätigt. Darüber hinaus habe es auch eidesstattliche Versicherungen gegenüber der ermittelnden Staatsanwaltschaft gegeben.

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    Evros
    27 Interaktionen
    Athen
    dsf
    37 Interaktionen
    Buch enthüllt
    reemtsma liberty award 2017
    23 Interaktionen
    Betrug beim «Spiegel»

    MEHR IN NEWS

    So viel verdiene ich als Amateur-Schiedsrichter
    Regio-Fussball
    Anne Hänel
    Zuger Kantonsrätin
    Die beiden Eichmeister Uwe Kurle (l.) und Martin Osterwalder zeigten an einer Medieninformation als praktisches Beispiel die Eichung einer Tanksäule.
    Auch Tanksäule

    MEHR SPIEGEL

    Ulmen Fernandes
    19 Interaktionen
    Vorwürfe bleiben
    a
    Collien-Vorwürfe
    Crans-Montana Bar Feuer
    Crans-Kellnerin

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Bayern München
    3 Interaktionen
    Ohne Kompany
    SDF
    73 Interaktionen
    Neues Verbot
    3 Interaktionen
    Koblenz AG
    11 Interaktionen
    Berchtesgaden