Neues Verbot: 5000 Alkoholsünder an deutschen Bahnhöfen erwischt
In Deutschland gilt seit einer Woche ein Alkoholverbot an Bahnhöfen. Die Deutsche Bahn zieht nun eine erste Bilanz.

Das Wichtigste in Kürze
- An deutschen Bahnhöfen gilt seit dem 15. Oktober ein Alkoholverbot.
- In der ersten Woche registrierte die Deutsche Bahn rund 5000 Verstösse.
- Die SBB sieht keinen Bedarf für ein generelles Alkoholverbot an Schweizer Bahnhöfen.
Ein Bier nach Feierabend am Bahnhof trinken? In Deutschland ist das seit einer Woche tabu.
Landesweit gilt an allen rund 5700 Stationen der Deutschen Bahn (DB) inklusive der Perrons seit dem 15. Oktober ein Alkoholverbot.
Ausgenommen davon sind Beizen in den Bahnhöfen. Auch in den Zügen darf in der Regel weiter Alkohol getrunken werden. Und in den Bordbistros der Fernzüge verkauft die Bahn sogar selbst weiterhin Alkohol.
Eine Woche nach der Umsetzung des Verbots in unserem nördlichen Nachbarland zieht das Unternehmen eine erste Bilanz. Und die Zahlen zeigen: Das Verbot wirkt!
5000 Verstösse in sieben Tagen
Laut Zahlen der «Bild» registrierte die DB innerhalb der ersten sieben Tage rund 5000 Verstösse. Betroffen seien etwa Personen gewesen, die mit Bierflaschen, Weingläsern oder einem Flachmann auf Perrons oder in Bahnhofshallen angetroffen wurden.
Laut der Deutschen Bahn zeigten sich in den allermeisten Fällen die Angesprochenen einsichtig und versteckten den Alkohol. Nur in wenigen Ausnahmen mussten die Mitarbeitenden härtere Massnahmen ergreifen.
In solchen Ausnahmefällen wurden offizielle Hausverweise ausgesprochen.
Die Deutsche Bahn hat für die Umsetzung des Verbots ihr Sicherheitspersonal aufgestockt. Die Zahl der Mitarbeitenden der sogenannten «DB Sicherheit» stieg von 4500 auf 5000 Personen.
Gegenüber der «Bild» fasst Bahn-Chefin Evelyn Palla zusammen: «Tausende Sicherheitskräfte waren in den letzten Tagen im Einsatz. Die klare Ansage wirkt! Fast alle Angesprochenen waren einsichtig, vereinzelt gab es Hausverweise.»
Man wolle sichere und saubere Bahnhöfe. «Und viele Reisende sagen ganz deutlich: Genau das war längst überfällig», so Palla.
SBB will kein Alkoholverbot
In den letzten Jahren kam es an deutschen Bahnhöfen nämlich immer wieder zu Vorfällen unter Alkoholeinfluss.
Im Gegensatz zur Deutschen Bahn sieht die SBB keinen Bedarf für ein Alkoholverbot. Gegenüber Nau.ch sagte SBB-Mediensprecher Moritz Weisskopf im Sommer: «Die SBB setzt auf klare Regeln, Präsenz und gezieltes Einschreiten dort, wo störendes oder gefährdendes Verhalten Reisende oder Mitarbeitende beeinträchtigt.»
Man setze daher nicht auf ein generelles Alkoholverbot an Bahnhöfen oder in Zügen.

















