So erleben Passagiere 10h-Eurostar-Alptraum
Wegen Stromproblemen im Eurotunnel blieben Tausende Passagiere stecken. Sie mussten stundenlang ohne Strom, ohne Licht und ohne Informationen ausharren.

Das Wichtigste in Kürze
- Wegen Problemen mit der Stromversorgung ging im Eurotunnel nichts mehr.
- Tausende Menschen mussten stundenlang in Dunkelheit in den Zügen ausharren.
- Einige wurden evakuiert und mussten zu Fuss durch den Tunnel gehen.
Am Dienstag wurden im Eurotunnel zwischen Grossbritannien und Frankreich alle Zugverbindungen wegen Problemen mit der Stromversorgung gestrichen. Tausende Reisende waren gestrandet, einige sogar in den Zügen – Dutzende Meter unter dem Meeresspiegel.
Gegenüber dem französischen Sender BFM berichtet ein Passagier, er habe von London nach Frankreich reisen wollen. Im Normalfall dauere die Reise rund 90 Minuten. Wegen des Ausfalls habe er aber 11 Stunden gebraucht.
Er steckte stundenlang im Zug fest. «Es gab keinen Strom: Wir konnten die Handys nicht laden, es gab weder Heizung noch Klimaanlage. Und einige Zeit sassen wir in kompletter Dunkelheit.»
Ein Tiktok-User berichtet von seinem «beängstigenden» Erlebnis in einem steckengebliebenen Autozug: Die Passagiere hätten aussteigen müssen und seien in einen Service-Tunnel gebracht worden. Sie hätten zuerst zu Fuss gehen müssen, bevor sie von Golfkarts aus dem Tunnel gebracht wurden. Die Autos hätten sie erst am nächsten Morgen wieder erhalten.
Ein weiterer Passagier wollte am Dienstagnachmittag von London nach Lille reisen, wie er der «DailyMail» erzählt. Die geplante Ankunftszeit war am Dienstagabend um 18 Uhr. Um 19 Uhr, sechs Stunden nach der ursprünglichen Abfahrtszeit, konnte er in London in den Zug einsteigen. Um 21 Uhr fuhr er los.
Doch weit kam er nicht: Vor dem Eurotunnel blieb der Zug stehen, dann fiel der Strom aus und die Passagiere warteten mit Notbeleuchtung. Um 2.30 Uhr in der Nacht kam eine Lokomotive und schleppte den Zug in einen Bereich mit Strom ab.
Stimmung «ziemlich entspannt»
Noch in der Nacht wurde die Reise fortgesetzt, sodass der Passagier um 7 Uhr am Mittwochmorgen in Lille ankam. 12 Stunden nach dem Einsteigen und 13 Stunden nach der geplanten Ankunft.
Zahlreiche weitere Reisende berichten gegenüber britischen und französischen sowie in den sozialen Medien von den Strapazen. Stundenlanges Warten in Dunkelheit, völlige Ungewissheit und teils kein Zugang zu Toiletten.
Doch laut einem Passagier blieb die Stimmung mehrheitlich «ziemlich entspannt». Viele Personen hätten geschlafen, Kinder gespielt. Die Angestellten aber hätten keinen Schlaf bekommen, sie hätten verärgerte Passagiere besänftigen müssen.

















