Slowakei verweigert nach Mordanschlag mehr LGBTQI-Rechte

    Eine Woche nach dem Mordanschlag auf eine Bar in Bratislava hat das slowakische Parlament eine Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften abgelehnt.

    Am Abend des 12. Oktober hatte ein Rechtsradikaler in Bratislava vor einem Lokal zwei Männer erschossen und eine Frau schwer verletzt. Foto: Pavol Zachar/TASR/dpa
    Am Abend des 12. Oktober hatte ein Rechtsradikaler in Bratislava vor einem Lokal zwei Männer erschossen und eine Frau schwer verletzt. Foto: Pavol Zachar/TASR/dpa - sda - Keystone/TASR/Pavol Zachar

    Das Wichtigste in Kürze

    • Laut Polizei wurde ein Mann am Abend des 12. Oktober in der Slowakei gewalttätig.
    • Er habe zwei Männer getötet und eine Frau schwer verletzt.
    • Trotz Protesten haben gab es in der Politik keine Änderungen an den LGBTQI-Gesetzen.

    Am Abend des 12. Oktober hatte ein Rechtsradikaler laut Polizei vor dem Lokal zwei Männer erschossen und eine Frau schwer verletzt. Vor seinem anschliessenden Suizid versandte er Hassbotschaften im Internet. In den darauffolgenden Tagen demonstrierten Tausende gegen Hass auf sexuelle Minderheiten.

    Der Attentäter hatte auch die Ermordung von Politikern geplant. Nur 50 der 133 anwesenden Abgeordneten stimmten am Mittwoch für einen Antrag der liberalen Partei Freiheit und Solidarität (SaS). Darin war eine offizielle Lebensgemeinschaft mit der Bezeichnung «Partnerschaftliches Zusammenleben» vorgesehen. Sie sollte unverheirateten zusammenlebenden Paaren unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung einen geringen Teil jener Rechte gewähren, die Eheleuten automatisch zustehen.

    Protest slowakei
    In der Slowakei protestieren Leute gegen Hass gegenüber der LGBTI-Community. - Keystone

    So etwa sollten sie gemeinsames Eigentum besitzen und sich gegenseitig beerben können. Liberale Medien und Vertreter der LGBTQI-Szene zeigten sich am Donnerstag enttäuscht. Die englische Abkürzung LGBTQI steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen, queere sowie intergeschlechtliche Menschen. Nach dem Mordanschlag hätten sich zahlreiche Politiker betroffen gezeigt, es sei aber bei leeren Gesten geblieben.

    «Nicht einmal zu einem so kleinen Schritt zur Gleichberechtigung sind sie bereit», kommentierte Martin Macko von der Bürgerinitiative Inakost (Andersartigkeit). Sie organisierte nach dem Anschlag Protestkundgebungen.

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