Roboter statt Partner? Jeder Fünfte ist offen für eine KI-Beziehung
Eine neue deutsche Studie zeigt: Jeder fünfte Erwachsene kann sich vorstellen, eine künstliche Intelligenz zu daten – romantisch oder sogar erotisch.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Studie zeigt: Jeder fünfte Deutsche kann sich eine Beziehung mit KI vorstellen.
- Besonders die Generation Z ist offen für romantische KI-Beziehungen.
- In der Schweiz steigt die allgemeine Skepsis gegenüber KI – vor allem bei den Jungen.
Romantische Gefühle für einen Chatbot? Was absurd klingt, wird für viele Menschen plötzlich denkbar.
Eine neue Umfrage der Krankenkasse Pronova BKK unter rund 3500 Erwachsenen in Deutschland zeigt: 22 Prozent können sich eine romantische oder sogar erotische Beziehung mit einer künstlichen Intelligenz vorstellen.
Und besonders offen dafür: Die Jungen.
Die Studie «KI im Alltag 2026» zeigt: Mehr als die Hälfte jener Befragten, die sich eine KI-Beziehung vorstellen können, würden den Chatbot sogar als vollwertigen Ersatz für einen menschlichen Partner sehen.
44 Prozent hingegen würden sie eher als Ergänzung zur echten Beziehung nutzen.
Fast ein Drittel aller Befragten glaubt zudem, dass solche virtuellen Beziehungen künftig gesellschaftlich ähnlich akzeptiert sein werden wie klassische Partnerschaften.
Generation Z besonders offen
Vor allem bei den 18- bis 29-Jährigen gehen die Zahlen durch die Decke: Unter jungen Menschen in Partnerschaften können sich 45 Prozent eine romantische oder erotische Beziehung mit einer KI vorstellen.
Noch drastischer: 65 Prozent dieser Gruppe würden den Bot sogar als echten Partnerersatz akzeptieren.
Auch intime Gespräche mit KI werden immer normaler. 29 Prozent der Männer und 16 Prozent der Frauen können sich sogenannten «Dirty Talk» mit einem Chatbot vorstellen.
Und nicht nur theoretisch: 7 Prozent aller Befragten haben es bereits ausprobiert – bei den Unter-30-Jährigen sind es sogar 13 Prozent.
Beziehungsberatung durch KI
KI mischt auch im echten Liebesleben mit: 39 Prozent der Befragten haben Chatbots bereits zu Beziehungsthemen befragt: etwa für Tipps gegen Streit, Date-Ideen oder Ratschläge fürs Sexleben.
Die Resonanz ist dabei durchwegs positiv: 88 Prozent der Nutzer solcher KI-Ratschläge bewerten die Tipps als hilfreich.

Doch genau das sorgt auch für Spannungen. Für viele ist der digitale Liebescoach ein Tabubruch: 37 Prozent der Männer und 32 Prozent der Frauen sehen darin sogar einen möglichen Trennungsgrund.
Japanerin heiratet KI
Dass das Thema längst Realität ist, zeigt ein spektakulärer Fall aus Japan: Eine 32-Jährige trennte sich 2025 von ihrem Partner und heiratete symbolisch einen selbst erschaffenen KI-Avatar namens «Klaus».
Der Avatar basiert auf ChatGPT, wie das deutschsprachige Japan-Portal «Sumikai» berichtete. Rechtlich anerkannt ist die Ehe zwar nicht – emotional offenbar schon.
Schweizer Jungen sind kritisch
Auch in der Schweiz beschäftigt KI die junge Generation stark. Eine Gallup-Studie unter 1572 Jugendlichen zeigt: Viele nutzen ChatGPT täglich – Gleichzeitig wächst die Skepsis.
2025 bezeichneten sich noch 36 Prozent als begeisterte KI-Nutzer. Heute sind es nur noch 22 Prozent.
Die Gründe: Angst vor Jobverlusten, Unsicherheit im Arbeitsmarkt und Zweifel daran, ob KI Kreativität oder kritisches Denken wirklich fördert.

















