Gen Z sieht Künstliche Intelligenz immer kritischer
Die Jungen nutzen ChatGPT und Co. täglich – und verlieren dennoch zunehmend ihr Vertrauen darin. Eine neue Studie untersucht diese scheinbare Hassliebe.

Das Wichtigste in Kürze
- Gemäss Umfrage nutzt über die Hälfte der Gen Z KI regelmässig, viele sogar täglich.
- Dennoch sinkt die Zahl der Begeisterten – von 36 Prozent (2025) auf 22 Prozent.
- Hauptgründe dürften sein: Zweifel am Nutzen und Wut aufgrund weniger Job-Stellen.
Es klingt paradox: Während die Generation Z täglich Künstliche Intelligenz nutzt, schwindet ihr Vertrauen doch zunehmend.
Eine neue Studie des Analyse-Unternehmens Gallup zeigt den Rückgang junger Leute, die sich für die Technologie begeistern können.
1572 Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren nahmen an der Befragung teil.
Mehr als die Hälfte der Generation Z macht von den Tools wöchentlich Gebrauch. Ein Fünftel greift sogar täglich darauf zurück. Dennoch: Als Freund und Helfer dürften sie KI wohl vielfach nicht sehen.
Junge haben Vertrauensprobleme mit KI
2025 zeigten sich noch 36 Prozent der Befragten begeistert von der Technologie. Ein Jahr später sind es nur noch 22 Prozent. Auch tägliche Nutzer zeigen weniger Begeisterung als im Vorjahr.
Der Anteil jener Nutzer, die gegenüber der Technologie hoffnungsvoll gestimmt sind, fiel von 27 auf 18 Prozent.
Markanten Zuwachs erleben auch die unmissverständlichen KI-Ablehner. 2025 empfanden 22 Prozent Wut über die Technologie. 2026 kletterte dieser Wert auf 31 Prozent.
Viele junge Menschen bezweifeln den Nutzen der Künstlichen Intelligenz beim Lernen. Sie glauben nicht, dass die Technologie Kreativität oder kritisches Denken fördert.
Stattdessen sehen sie hauptsächlich Nachteile für ihre Bildung.
OpenAI-Chef beobachtet intensive KI-Nutzung bei Jugendlichen
Sam Altman, Chef von OpenAI, beschreibt eine intensive Nutzung von ChatGPT. Junge Erwachsene verwenden KI als digitalen Lebensberater: «Sie treffen keine wichtigen Entscheidungen mehr, ohne vorher ChatGPT um Rat zu fragen, was sie tun sollen.»
Mehr Nutzung, weniger Vertrauen – ein interessanter Widerspruch. Während die Gen Z die Technologie durchaus nicht links liegen lassen kann, schwindet ihre Hoffnung für die eigene Zukunft.
Arbeitsmarkt erschwert den Berufseinstieg
Dieser Rückschritt hat einen Namen. Ein möglicher Grund ist der Arbeitsmarkt. Junge Akademiker haben zunehmend Schwierigkeiten beim Berufseinstieg.
Eine Analyse der deutschen Personalbeschaffungs-Plattform Stepstone zeigt einen Rückgang bei Einstiegspositionen.
Akademiker kommen gemäss der Analyse erst dann zu einem Vorstellungsgespräch, nachdem bereits Dutzende Bewerbungen versandt wurden.
Nau.ch berichtete bereits in der Vergangenheit über eine Feststellung dieses Phänomens hierzulande.
Seit dem Höchststand im Jahr 2022 ist die Zahl ausgeschriebener Jobs aufgrund von KI um rund ein Drittel gesunken. Besonders Schweizer aus der IT- oder Marketingbranche sind davon betroffen.

















