Künstliche Intelligenz

Gen Z sieht Künstliche Intelligenz immer kritischer

Luna Gerber
Luna Gerber

Bern,

Die Jungen nutzen ChatGPT und Co. täglich – und verlieren dennoch zunehmend ihr Vertrauen darin. Eine neue Studie untersucht diese scheinbare Hassliebe.

gen z ki
Täglich ist die KI im Einsatz – und doch wächst die Skepsis bei der Gen Z. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Gemäss Umfrage nutzt über die Hälfte der Gen Z KI regelmässig, viele sogar täglich.
  • Dennoch sinkt die Zahl der Begeisterten – von 36 Prozent (2025) auf 22 Prozent.
  • Hauptgründe dürften sein: Zweifel am Nutzen und Wut aufgrund weniger Job-Stellen.

Es klingt paradox: Während die Generation Z täglich Künstliche Intelligenz nutzt, schwindet ihr Vertrauen doch zunehmend.

Eine neue Studie des Analyse-Unternehmens Gallup zeigt den Rückgang junger Leute, die sich für die Technologie begeistern können.

Wie stehst du zu KI?

1572 Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren nahmen an der Befragung teil.

Mehr als die Hälfte der Generation Z macht von den Tools wöchentlich Gebrauch. Ein Fünftel greift sogar täglich darauf zurück. Dennoch: Als Freund und Helfer dürften sie KI wohl vielfach nicht sehen.

Junge haben Vertrauensprobleme mit KI

2025 zeigten sich noch 36 Prozent der Befragten begeistert von der Technologie. Ein Jahr später sind es nur noch 22 Prozent. Auch tägliche Nutzer zeigen weniger Begeisterung als im Vorjahr.

Der Anteil jener Nutzer, die gegenüber der Technologie hoffnungsvoll gestimmt sind, fiel von 27 auf 18 Prozent.

Markanten Zuwachs erleben auch die unmissverständlichen KI-Ablehner. 2025 empfanden 22 Prozent Wut über die Technologie. 2026 kletterte dieser Wert auf 31 Prozent.

Viele junge Menschen bezweifeln den Nutzen der Künstlichen Intelligenz beim Lernen. Sie glauben nicht, dass die Technologie Kreativität oder kritisches Denken fördert.

Stattdessen sehen sie hauptsächlich Nachteile für ihre Bildung.

OpenAI-Chef beobachtet intensive KI-Nutzung bei Jugendlichen

Sam Altman, Chef von OpenAI, beschreibt eine intensive Nutzung von ChatGPT. Junge Erwachsene verwenden KI als digitalen Lebensberater: «Sie treffen keine wichtigen Entscheidungen mehr, ohne vorher ChatGPT um Rat zu fragen, was sie tun sollen.»

Mehr Nutzung, weniger Vertrauen – ein interessanter Widerspruch. Während die Gen Z die Technologie durchaus nicht links liegen lassen kann, schwindet ihre Hoffnung für die eigene Zukunft.

Arbeitsmarkt erschwert den Berufseinstieg

Dieser Rückschritt hat einen Namen. Ein möglicher Grund ist der Arbeitsmarkt. Junge Akademiker haben zunehmend Schwierigkeiten beim Berufseinstieg.

Eine Analyse der deutschen Personalbeschaffungs-Plattform Stepstone zeigt einen Rückgang bei Einstiegspositionen.

Akademiker kommen gemäss der Analyse erst dann zu einem Vorstellungsgespräch, nachdem bereits Dutzende Bewerbungen versandt wurden.

Befürchtest du, dass KI deinen Job übernehmen könnte?

Nau.ch berichtete bereits in der Vergangenheit über eine Feststellung dieses Phänomens hierzulande.

Seit dem Höchststand im Jahr 2022 ist die Zahl ausgeschriebener Jobs aufgrund von KI um rund ein Drittel gesunken. Besonders Schweizer aus der IT- oder Marketingbranche sind davon betroffen.

Kommentare

User #4763 (nicht angemeldet)

Logisch, weil die meiste Zeit plappert KI einfach nur das nach, was auf Webseiten online geschrieben steht. Viele gratis-KI-Assistenten tun nix anderes, als das Informationen zu kopieren die sie auf Webseiten finden. Wenn der Inhalt dieser Webseiten nur Schwachsinn ist, dann kann auch KI keine kluge und sicher keine richtigen Antworten geben. Wenn schon, dann muss man einen seriösen KI-Assistenten abonnieren, und die kosten dann natürlich etwas Geld. Doch ansonsten sind billigere KI-Modelle oft einfach nur Papageien die das wiedergeben, was sie im Internet auf Webseiten finden --- leider öfters auf Webseites, die nicht seriös sind und fürs Ranking bezahlen.....

User #4094 (nicht angemeldet)

Ja warum wundert mich das jetzt nicht, sind sie doch in erster Linie die Leidtragenden bei der Jobvernichtung durch KI. Aber unsere Politiker werden auch das verpennen!

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