Jetzt erreichen die Unwetter Österreich: Nach sintflutartigen Regenfällen sind Teile der Innenstadt von Hallein bei Salzburg überflutet.
Hallein Österreich
In der österreichischen Stadt Hallein nahe Salzburg hat sich der Dorfbach in einen reissenden Strom verwandelt. - Twitter

Das Wichtigste in Kürze

  • Nun kämpft auch Österreich mit den Unwettern.
  • In Hallein bei Salzburg verwandelte sich ein Bach in einen reissenden Strom.
  • Auf Videos ist zu sehen, wie sich die Wassermassen durch die Innenstadt kämpfen.

Die Behörden in Österreich sind dabei, tiefer gelegene Teile der Stadt Hallein gegen eine neuerliche Überflutung zu sichern, sagte ein Sprecher am Sonntag. Mehrere Dutzend Bewohner einer Siedlung in einem Stadtteil mussten vorsorglich ihre Wohnungen räumen. Zugleich seien Aufräumarbeiten in der Altstadt im Gange.

«Wir gehen von einem Millionenschaden aus», so der Stadtsprecher. Einige Gebäude sowie Teile der Infrastruktur seien schwer beschädigt. Zum Glück werde nach bisherigen Erkenntnissen niemand vermisst oder sei verletzt worden.

Heftige Unwetter erreichen Österreich

Die Unwetter hatten am Samstagabend Österreich erreicht: In der Innenstadt von Hallein bei Salzburg hat sich am späten Samstagabend ein Bach zu einem reissenden Strom entwickelt. Die Polizei bestätigte entsprechende zahlreiche Videos, die im Internet zu sehen sind. «Die Situation ist sehr angespannt, teils dramatisch», sagte ein Sprecher.

Nach Angaben der Feuerwehr lagen am späten Abend keine Meldungen über Vermisste, Verletzte oder gar Tote vor. Menschen, die in ihren Häusern eingeschlossen waren, seien mit Hilfe von Booten oder Lastwagen geborgen worden, sagte Landesfeuerwehr-Kommandant Günter Trinker. Auf den Videos ist zu sehen, wie Autos von den Wassermassen mitgerissen werden. Der Ortskern war völlig überflutet.

Das Wasser floss laut Behörden am späten Abend teilweise wieder ab. Dennoch bleibe die Lage in der 22'000-Einwohner-Stadt angesichts möglicher neuer Regenfälle angespannt. Halleins Bürgermeister Alexander Stangassinger sprach gegenüber den «Salzburger Nachrichten» von einer Katastrophe. In einer Schule sei eine Notunterkunft eingerichtet worden für jene, deren Wohnungen nicht erreichbar seien.

Unwetter in Österreich wegen Tiefdruckgebiet Bernd

Sintflutartige Regenfälle haben in der Nacht zum Sonntag auch in anderen Teilen Österreichs für Chaos gesorgt. Die Behörden hatten für das Land die höchste Warnstufe ausgerufen. Gewarnt wurde vor Starkregen, Hagel und möglichen Überschwemmungen.

Sowohl in Salzburg als auch in Tirol und der Bundeshauptstadt Wien waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, wie die Agentur APA meldete. Neben Hallein wurde auch in Mittersill im Pinzgau sowie in Kufstein in Tirol der Zivilschutzalarm ausgelöst. In der Stadt Salzburg wurde der Hochwasserschutz entlang der Salzach aufgebaut. Allerorts beobachteten die Krisenstäbe die Pegelstände von Bächen und Flüssen.

In Kufstein werden die Menschen aufgefordert, Gebäude nicht zu verlassen und sich in höhere Stockwerke zurückzuziehen. Im Stadtgebiet erreichte das Wasser der Zulaufbäche des Inns bereits die Strassen. Wegen möglicher Erdrutsche wurde ein Teil der Felbertauernstrasse gesperrt.

In Wien sorgten starker Regen und Gewitter für Hochbetrieb bei den Feuerwehren. Meist wurden die Feuerwehrleute wegen überfluteter Keller oder Unterführungen gerufen, bis zum Sonntagmorgen berichtete die Berufsfeuerwehr von über 500 Einsätzen.

Der Grund für die Unwetter in Österreich ist das Tiefdruckgebiet Bernd, das schon in der Schweiz für heftige Niederschläge und Hochwasser verantwortlich war – und in Deutschland für die Flutkatastrophe sorgte. Das Tiefdruckgebiet verlagert sich langsam Richtung Osten und zieht daher direkt über Österreich hinweg.

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