Weihnachtsmarkt

Rassistisch? «Lumumba» verschwindet vom Mainzer Weihnachtsmarkt

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Deutschland,

Der Name des Heissgetränks gilt als problematisch – auch wegen möglicher Anspielung auf den Politiker Patrice Lumumba. Die Schausteller zeigen sich einsichtig.

Lumumba
Auf dem Weihnachtsmarkt in Mainz gibt's dieses Jahr keinen «Lumumba» mehr – dafür «Kakao mit Schuss» oder «Heisse Schokolade mit Rum» (Symbolbild). - freepik.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt heisst das Getränk «Lumumba» nun «Kakao mit Schuss».
  • Hintergrund ist Kritik an der möglichen Anspielung auf Patrice Lumumba.
  • Kritiker sehen den alten Namen als respektlos gegenüber dem ermordeten Politiker.

Auf dem Weihnachtsmarkt im deutschen Mainz wird in diesem Jahr der Name «Lumumba» nicht mehr auf den Getränkekarten stehen.

Das Heissgetränk aus Kakao mit Rum wird künftig unter Bezeichnungen wie «Kakao mit Schuss» oder «Heisse Schokolade mit Rum» angeboten. Das bestätigte Marco Sottile, Vorsitzender der Mainzer Schausteller, gegenüber dem Portal «Merkurist».

Stadt und Schausteller treffen einvernehmliche Entscheidung

Die Entscheidung zur Umbenennung sei in Abstimmung mit der Stadt Mainz und in einem «konstruktiven und einvernehmlichen» Gespräch gefallen.

Ein offizielles Verbot durch die Stadt habe es nicht gegeben. Vielmehr stehe man in gutem Austausch mit der Verwaltung, so Sottile.

Hintergrund der Namensänderung ist Kritik an der Bezeichnung Lumumba, die möglicherweise auf den kongolesischen Politiker Patrice Lumumba zurückgeht.

Lumumba war der erste Ministerpräsident des unabhängigen Kongo und wurde 1961 erschossen. Kritiker sehen in der Benennung eines dunklen Heissgetränks «mit Schuss» eine respektlose Anspielung auf den afrikanischen Freiheitskämpfer.

Auch Frankfurt verzichtet bereits auf den Namen

Bereits letztes Jahr hatte Frankfurt am Main reagiert und Standbetreiber aufgefordert, das Heissgetränk nicht mehr unter dem Namen «Lumumba» anzubieten.

Hast du schon mal einen «Lumumba» bestellt?

Wie eine Sprecherin der Frankfurter Tourismus und Congress GmbH erklärte, solle so verhindert werden, rassistische Stereotype zu bedienen.

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