Polizeistation im Geburtshaus von Adolf Hitler eröffnet!
Nach langer Debatte ist nun klar, wie das Geburtshaus von Adolf Hitler zukünftig genutzt wird. Am Mittwochvormittag wurde darin eine Polizeistation eröffnet.

Das Wichtigste in Kürze
- Adolf Hitlers Geburtshaus im österreichischen Braunau am Inn dient neu als Polizeistation.
- Zuvor wurde öffentlich, teils sehr emotional, über die Zukunft des Hauses debattiert.
- Das Haus lockte regelmässig Gruppen aus dem rechtsextremen Bereich an.
Am Mittwochvormittag wurde im Geburtshaus von Adolf Hitler eine Polizeistation eröffnet. Das Haus dient neu als Arbeitsplatz einer Polizeiinspektion mit rund 45 Beamten sowie dem Bezirkspolizeikommando mit vier Angestellten.
Die langwierige Debatte, wie das Gebäude im österreichischen Braunau am Inn genutzt werden soll, hat somit ein Ende gefunden.
Die Geburt von Adolf Hitler am 20. April 1889 macht das Gebäude zu einem umstrittenen Ort. Obwohl der spätere Nazi-Diktator nur wenige Monate im Haus lebte, ist der Bau bis heute eng mit seiner Person verbunden.
Dass in diesem Haus ein Polizeizentrum eröffnet werden soll, stiess deshalb zunächst auf Gegenwind. Bei einer Umfrage von 2023 waren nur sechs Prozent der befragten Menschen in Österreich für eine polizeiliche Nutzung vom «Hitlerhaus».
Geht nun der Wunsch von Adolf Hitler in Erfüllung?
Dies nicht zuletzt, da mit dem Einzug der Polizei gewissermassen der Wille von Hitler erfüllt wird. In einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1939 wünschte sich Hitler ausdrücklich, dass Staatsangestellte in seinem Geburtshaus arbeiten sollen.

Bis 2017 befand sich das Gebäude in privatem Besitz. Nachdem die Eigentümerin einen Umbau, der wegen neuer Anforderungen nötig war, ablehnte, wurde das Areal nach einem Rechtsstreit enteignet. Seither befindet sich das Haus in staatlichem Besitz.
Umbau des Hauses kostete 20 Millionen Euro
In den Folgejahren wurde öffentlich, teils sehr emotional, über die Zukunft des Hauses debattiert. Lange war unklar, ob und wie das Haus in Zukunft genutzt, oder ob es abgerissen werden soll. Im Mai 2023 informierte das Innenministerium schliesslich über den 20 Millionen Euro (18,5 Millionen Franken) teuren Umbau.
Bereits damals war klar, dass 2026 die Polizeistation und das Bezirkspolizeikommando einziehen sollen. Damit soll die Attraktivität des Hauses für die rechtsextreme Szene verringert werden.
Beliebter Ort unter Neonazis
Der Geburtsort Hitlers lockte in der Vergangenheit immer wieder Gruppen aus dem rechtsextremen Bereich an. Zwei deutsche Pärchen legten beispielsweise im April 2024 Blumen in die Fensternischen und posierten für Fotos.
Zudem soll eine Frau den Hitlergruss gezeigt haben. Hinzu kommen unerkannte Neonazis, die zu diesem Ort pilgern und laut dem Staat ein Problem darstellen.
Die Nutzung als Polizeiposten ist aus Sicht des Staates vorteilhaft. Bei verdächtig wirkenden Personen könnte die Polizei nämlich sofort vor Ort sein. Zudem ist das Gebäude videoüberwacht.
«Es ist ein neues Kapitel. Nun wird dieses Haus zu einem Ort der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Sicherheit. Gleichzeitig verschwindet die Erinnerung nicht», so Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bei der Eröffnung am Mittwochvormittag.





















