Das polnische Innenministerium hat am Donnerstag Pläne für die vom Parlament beschlossene dauerhafte Befestigung an der Grenze zu Belarus präsentiert.
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Polnische Soldaten errichten einen Stacheldrahtzaun entlang der polnisch-belarussischen Grenze. Polen hat nach der Verhängung des Ausnahmezustandes an der Grenze zu Belarus hat Polen die betroffenen Ortschaften mit Warnhinweisen markiert. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Polen konkretisiert seine Pläne für die Grenzbefestigung zu Belarus.
  • Die Barriere – oder auch Mauer – soll 5,5 Meter hoch sein.
  • Die Anlage soll bis Ende des ersten Halbjahres im kommenden Jahr fertiggestellt werden.

Das polnische Innenministerium hat am Donnerstag Pläne für die vom Parlament beschlossene dauerhafte Befestigung an der Grenze zu Belarus präsentiert. Innenminister Mariusz Kaminsky erklärte vor Journalisten und auf Twitter, die geplante 180 Kilometer lange Anlage werde nicht nur eine physische Barriere darstellen, sondern auch mit modernsten elektronischen Geräten ausgestattet sein. Sie werde aus mehreren Schutzlinien bestehen.

Bis Ende Juli fertiggestellt

Das sichtbarste Kernstück der von der Regierung als «Barriere», aber von der Opposition kritisch als «Mauer» bezeichneten Befestigung soll demnach 5,5 Meter hoch sein.

Auf fünf Meter hohen Stahlpfählen sollen Stacheldrahtrollen den restlichen halben Meter abschliessen. Zusätzlich will das Ministerium unter anderem Bewegungssensoren sowie Tag- und Nachtsichtkameras installieren.

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Aus Belarus kommende Flüchtlinge aus Nahost in Litauen. - AFP

Ausserdem werde der Grenzschutz durch eine neue Gruppe von 750 zusätzlichen Einsatzkräften verstärkt. Fertig werden soll die Anlage nach Angaben des Innenministers bis zum Ende des ersten Halbjahres 2022.

Formell muss allerdings noch Präsident Andrzej Duda das Gesetz unterzeichnen, mit dem der Bau der Grenzbefestigung ermöglicht wird. Hintergrund ist der wachsende Andrang von Migranten aus Krisengebieten, die über Belarus illegal in die EU einreisen wollen. Polen hatte deshalb bereits Ende August mit dem Bau eines provisorischen Zauns entlang der Grenze begonnen.

Flüchtlinge an Grenze gebracht

Die Regierung in Warschau beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Aussengrenze zu bringen. Zuletzt sollen nach Angaben polnischer Behörden auch Bewaffnete in belarussischen Uniformen kurzzeitig die Grenze überschritten haben.

Nach dem Auftauchen polnischer Sicherheitskräfte seien sie aber wieder nach Belarus zurückgekehrt.

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