Todesstrafe

    Petition fordert Aufhebung der Bären-Todesstrafe in Italien

    Chiara Schlenz
    Chiara Schlenz

    Italien,

    Ein Braunbär griff im Südtirol zwei Wanderer an. Das italienische Umweltministerium fordert nun seinen Tod, Aktivisten kämpfen mit einer Petition dagegen.

    Braunbär
    Anfang Oktober war ein spanischer Tourist an einer Bushaltestelle in dem als Unesco-Welterbe eingestuften Dorf Shirakawa-go von einem Bären angefallen worden. (Symbolbild) - pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Braunbär griff vergangene Woche zwei Wanderer an.
    • Der zuständige Gouverneur fordert dessen Tod.
    • Tierschützer eröffneten eine Petition gegen das Verfahren.

    Vergangene Woche wurden am Monte Peller in Trentino ein Vater und sein Sohn beim Wandern von einem Braunbären überrascht. Der Sohn (28) wurde von dem Bären ins Bein gebissen, der Vater (59) bei einem Abwehrmanöver von den Zähnen des Bärs erwischt. Und das in einer bei Touristen beliebten Region.

    Der Gouverneur der Provinz Trentino unterschrieb daraufhin einen Befehl, der die Gefangennahme und Tötung des Bären ermöglicht. Die Behörden wollen das Tier anhand der DNA aus den Klauen- und Bisswunden identifizieren.

    Tausende kämpfen nun dagegen an.

    Aktivisten fordern «Freilassung» des Bären

    In den vergangenen Jahren kam es zu einigen Bär-Attacken in der Region. Im Zusammenhang mit dem neuesten Angriff fordern Tierschützer nun jedoch, dass man den betroffenen Braunbären vorerst in Ruhe lasse.

    Petition Braunbär
    Eine Petition um einen Braunbären vor dem Tod zu retten. - Screenshot change.org

    Die Organisation «Animalisti Italiani» möchte, dass die Regierung eine Untersuchung ins Leben ruft um herauszufinden, was wirklich geschah. Also ob die beiden Männer den Bären ärgerten, was beide bis zu diesem Zeitpunkt verneinen.

    Rund 20'000 Menschen weltweit unterzeichneten bisher eine Petition, um das Tier zu retten und die Todesstrafe aufzuheben. Die Petition wurde vom «World Wide Fund for Nature» ins Netz geladen.

    Italienischer Umweltminister ist gegen Tötung

    Auch der italienische Umweltminister Sergio Costa spricht sich gegen die Tötung des Tieres aus. «Erst, wenn wir mit beiden Betroffenen gesprochen haben und Informationen über das Tier gesammelt haben, sollten wir über weitere Schritte sprechen.»

    Sergio Costa
    Der italienische Umweltminister Sergio Costa. - keystone

    Im April war ein monatelang gesuchter «Problembär» in die Falle getappt. Der Bär mit der Nummer «M49» war zuvor aus einer Pflegestation ausgebrochen. Hin und wieder wandern Tiere auch über die Grenze, einige sollen es bis nach Süddeutschland schaffen.

    Im Frühjahr ging ein Video viral, das einen Jungen beim Wandern in dem italienischen Alpengebiet zeigt, der einem grossen Bären die kalte Schulter zeigt und langsam vor diesem flieht.

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