Patientenschützer fordern angesichts der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verfügten Deckelung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer eine Neuverteilung der Impfstofflieferungen.
Leere Ampullen des Biontech/Pfizer-Vakzins
Leere Ampullen des Biontech/Pfizer-Vakzins - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Stiftung fordert generelle Neuverteilung der Lieferungen .

Patientenschützer fordern angesichts der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verfügten Deckelung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer eine Neuverteilung der Impfstofflieferungen.

Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, plädierte in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Dienstag dafür, das Biontech/Pfizer-Vakzin künftig ausschliesslich den Arztpraxen zuzuteilen. Das Präparat von Moderna solle dagegen vornehmlich in den Impfzentren und provisorischen Impfstellen zum Einsatz kommen.

Brysch argumentierte, es mache einen logistischen Unterschied, ob Vakzine von Moderna oder von Biontech/Pfizer angeboten würden. Eine Ampulle von Biontech/Pfizer enthalte sechs Impfdosen, eine von Moderna hingegen 20. Zudem werde in Arztpraxen anders als in Impfzentren in der Regel nicht täglich geimpft. «Damit können angebrochene Ampullen nicht ohne Weiteres bis zum nächsten Impftermin aufbewahrt werden», sagte Brysch.

Die Gesundheitsminister der Bundesländer hatten am Montag bei einer Konferenzschalte mit Spahn die «schnellstmögliche» Rücknahme der Deckelung beim Biontech/Pfizer-Vakzin gefordert, wie der bayerische Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) mitteilte. Spahn sagte zwar eine Erhöhung der für kommende Woche geplanten Lieferungen des Biontech/Pfizer-Mittels um eine Million auf drei Millionen Dosen zu, rückte aber nicht von der Deckelung der Lieferungen ab.

Hintergrund ist, dass die Nachfrage nach dem Biontech/Pfizer-Vakzin das Angebot in den kommenden Wochen übersteigen dürfte. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums stehen bis Jahresende bisher insgesamt 24,3 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Mittels zur Verfügung und 26 Millionen Dosen des Impfstoffs von Moderna. Aus Sicht von Spahn lässt sich der Bedarf allein mit dem Biontech/Pifzer-Vakzin nicht decken. Er warb deshalb am Montag erneut für den Einsatz des Präparats von Moderna.

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