Orban-Gegner Magyar vor Europawahl: Nehmen wir uns Ungarn zurück

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Kurz vor der Europawahl forderte Peter Magyar am Samstag auf dem Budapester Heldenplatz die Menge auf, sich der ungarischen Opposition anzuschliessen.

Ungarn Magyar Viktor Orbán
Peter Magyar führt derzeit in Umfrageergebnissen vor Viktor Orbán. - keystone/EPA/Szilard Koszticsak

Mit einer Rede vor zehntausenden Anhängern hat der ehemalige Regierungs-Insider Peter Magyar, der den rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Viktor Orban herausfordert, seine Kampagne für die Europawahl abgeschlossen. «Schliessen wir einen neuen Bund! Nehmen wir uns Ungarn zurück, Schritt für Schritt, Baustein für Baustein!», rief er am Samstag auf dem Budapester Heldenplatz in die Menge.

Magyar war mit der ehemaligen Justizministerin Judit Varga verheiratet gewesen. Er hatte Positionen in Regierungsinstitutionen und staatsnahen Unternehmen bekleidet. Im Februar verkündete er aber seinen Bruch mit Orbans System.

Die von ihm geführte Tisza-Partei (Partei für Respekt und Freiheit) schwang sich binnen kurzer Zeit zur stärksten Oppositionskraft in Ungarn auf. Magyar, der sich in einer konservativen Tradition sieht, will die Macht Orbans und seiner Fidesz-Partei brechen und sich für die nächste Parlamentswahl im Jahr 2026 in Position bringen.

Magyar: Orban treibt Ungarn in die Arme Russlands

Auf der Kundgebung am Samstag warf er Orban vor, Ungarn von Europa abkoppeln und in die Arme Russlands treiben zu wollen. Komme er an die Regierung, werde das Land den Euro einführen und auch die von der EU wegen Rechtsstaatsverstössen der Orban-Regierung eingefrorenen Fördergelder zurückbekommen, versprach er.

Meinungsumfragen sahen Orbans Fidesz bei der Europawahl am Sonntag weiter klar in Führung. Demnach könne sie mit 11 bis 13 Mandaten rechnen. Magyars Tisza-Partei soll demnach aus dem Stand auf 6 bis 7 Mandate kommen. Die Fidesz-Abgeordneten waren bis zu ihrem Austritt im März 2021 in der Fraktion der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP). EVP-Chef Manfred Weber (CSU) sagte jüngst, dass er die Tisza-Partei gerne in den Reihen der EVP sehen würde.

Kommentare

User #2075 (nicht angemeldet)

In der Schweiz auch dringend nötig!

User #4221 (nicht angemeldet)

Tisztelet és Szabadság Párt (kurz TISZA, deutsch Respekt- und Freiheitspartei) ist eine seit April 2021 bestehende politische Partei in Ungarn. Die Partei wurde offiziell rechtlich im April 2021 von den Geschäftsleuten Attila Szabó und Deák Boldizsár, Besitzer des lokalen Radiosenders Rádió Eger, in Eger gegründet. Nach eigenen Angaben sieht sie sich als eine Mitte-Rechts-Partei. Seit April 2024 ist Péter Magyar stellvertretender Vorsitzender der Partei und stellte den Antrag, diese für die Europawahl 2024 und die kommenden Kommunalwahlen zu registrieren. Danach ist der ehemalige Mitbegründer der Partei Deák Boldizsár im April 2024 aus der Partei ausgetreten.

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