Ohne Deutsch nicht in Badi – jetzt spricht der Betreiber
Der Betreiber des Heidebads (D) lässt Menschen mit unzureichenden Deutschkenntnissen unter Umständen nicht rein. Jetzt wehrt er sich gegen Rassismusvorwürfe.

Das Wichtigste in Kürze
- Wer nicht gut genug Deutsch kann, kommt unter Umständen nicht ins Heidebad in Halle (D) hinein.
- Diese Regel sorgt in Deutschland für Diskussionen. Dem Betreiber wurde auch Rassismus vorgeworfen.
- «Es geht nicht darum, ob jemand Ausländer ist, sondern um das Benehmen», stellt er klar.
Das Heidebad in Halle (D) lässt seit Kurzem Menschen mit unzureichenden Deutschkenntnissen unter Umständen nicht hinein. Mathias Nobel, Geschäftsführer des Heidebades, begründete die Regel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit der Sicherheit der Badegäste.
Anlass war ein Rettungseinsatz, bei dem ein Kleinkind aus tiefem Wasser gerettet werden musste. Besucherinnen und Besucher müssten die Baderegeln verstehen und von Rettungsschwimmern angesprochen werden können.
Stadt interveniert
Der Entscheid des Betreibers hatte landesweit für viel Wirbel gesorgt. Auch die Stadt Halle selbst reagierte und forderte Nobel auf, seine umstrittene Einlassregel für die Badi zurückzunehmen.
Dazu habe es ein Telefonat und ein Schreiben gegeben. Ziel sei eine schnelle einvernehmliche Lösung. Ein Vorgehen, das als «ausländerfeindlich» wahrgenommen werden könne, schade dem Ansehen der Stadt und verstosse gegen vertragliche Pflichten.
«Geht nicht darum, ob jemand Ausländer ist»
Der Betreiber des Bads stellt jetzt klar: «Es gibt keine Änderung der Haus- oder Badeordnung. Ich setze sie nur intensiver durch», sagt Nobel gegenüber «Focus».
Er entscheide im Einzelfall. Denn: Wenn Disziplin fehle und nicht zugehört werde, sei ihm das Risiko zu gross. «Es geht nicht darum, ob jemand Ausländer ist, sondern um das Benehmen.»
Dass er die Ankündigung mit den Sprachkenntnissen machte, sorgte auch für Rassismus-Vorwürfe. Bei der Staatsanwaltschaft seien Anzeigen wegen Volksverhetzung eingegangen.
Nobel sah aber in den jüngsten Vorfällen Anlass zu der Sprachregel. So habe er letzte Woche eine Gruppe abgewiesen. Diese sei zu betrunken und deren Deutschkenntnisse schlecht gewesen. «Ich wollte nur einen Unfall verhindern», lautet seine Erklärung.
Will nicht nochmal ein lebloses Kind aus dem Wasser holen
Zudem sei es am Wochenende zu einem weiteren Vorfall gekommen: Trotz der alltäglichen Durchsage sei ein Kleinkind ohne Betreuung im Wasser gewesen. Er habe es rausgeholt, «da es hätte ertrinken können. Aber ich wurde von der Familie beschimpft.»
Er habe schon mal ein Kind leblos aus dem Wasser holen müssen. Das wolle er nicht noch einmal erleben.
«Ein Fall wie am Wochenende macht mir schlaflose Nächte. Es kann jeden Tag ein Unfall passieren. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann», sagt Der Betreiber des Heidebads.
«Es ist jeder willkommen»
Nobel prüfe jeweils bei Besuchergruppen am Eingang, ob sie ihn verstehen und ob für Kinder zum Beispiel Schwimmhilfen vorhanden seien. So sehe er, ob Badegäste die Sicherheitsregeln verstünden.

Er hält zudem fest: Deutsche «begehen genauso Regelverstösse. Aber mit ihnen kann ich kommunizieren.»
Zum Schluss betont er: «Es ist jeder willkommen, es gibt keine Ausgrenzung.»















