Zwölf Schweizer Badis, die Sie kennen sollten
Einige Badis bieten weit mehr als nur Erfrischung: Sie begeistern mit Architektur, Geschichte und eindrucksvollen Ausblicken. Hier zwölf Beispiele.

Das Wichtigste in Kürze
- Wer sich in der Schweiz erfrischen will, findet fast überall eine Badi.
- Manchmal lohnt es sich, dabei auch mal eine Anlage zu berücksichtigen, die sich nicht vor der Haustüre befindet.
- Hier unsere zwölf Tipps für historische Flussbadis, elegante Seebäder und architektonischen Perlen.
Meist hat man seine Lieblingsbadi gleich um die Ecke. Wieso nicht mal für einen Badetag in eine andere Stadt reisen?
Denn zwischen Genfersee und Bodensee warten Freibäder mit Charakter, die nicht nur zum Schwimmen, sondern auch zum Staunen einladen – von historischen Flussbadis über elegante Seebäder bis zu architektonischen Perlen in den Bergen.
Diese zwölf Anlagen bieten weit mehr als nur eine willkommene Abkühlung.
Schwimmbad Aarburg (AG)
Es ist ein kleines Juwel, das Schwimmbad in Aarburg. Noch dazu das älteste im Originalzustand erhaltene Freibad des Kantons. Erst vor ein paar Jahren wurde das am Aareufer gelegene Bad nach denkmalpflegerischen Grundsätzen restauriert und präsentiert sich wieder in seiner ursprünglichen Farbigkeit.

Während man seine Bahnen zieht, blickt man auf das grüne Mauerwerk mit den rot-orangen Holztüren der Garderoben. Mittlerweile gibt es ausserhalb der einst als Sichtschutz konzipierten baulichen Umrandung auch eine grosse Liegewiese.
Rheinbad Breite Basel
Einst diente das Flussbad als Wasch- und Duschgelegenheit, heute geniesst man das Rheinbad Breite zum Schwimmen und Sonnenbaden. Nahe der Schwarzwaldbrücke und schräg gegenüber den Roche-Türmen verbindet das Rheinbad Badevergnügen mit urbanem Ambiente. Dass die Anlage noch existiert, ist einem engagierten Verein zu verdanken, der sie in den 1990er-Jahren vor dem Abriss bewahrte.

Die markante Stahlkonstruktion und das historische Rhybadhüsli prägen bis heute das Erscheinungsbild. Dank einer Erweiterung finden die Gäste auf verschiedenen Etagen genügend Platz.
Freibad Weyermannshaus Bern
Wer in der Stadt Bern schwimmen möchte, zieht es meistens ins Marzili und ins Lorraine an der Aare. Aber da gibt es auch noch das «Weyerli» im Quartier Untermatt. Mit einem Umfang von 460 Metern ist das Freibad Weyermannshaus das grösste der Schweiz.

Die Anlage liegt eingebettet in einen parkartigen Baumbestand. Wo einst ein natürlicher Weiher war, befindet sich seit 1958 ein Betonbecken, das seinen unverwechselbaren Fünfzigerjahre-Charme bewahrt hat. Da das Wasser ausschliesslich durch Grundwasser erneuert wird, bleibt es selbst im Hochsommer angenehm frisch.
Bains de la Motta, Fribourg
Meist liegen Freibäder irgendwo am Rande einer Stadt. Nicht so in Fribourg. Die Lage des Bains de la Motta ist geradezu spektakulär: Auf der einen Seite erhebt sich die Altstadt von Fribourg, auf der anderen Seite ragt hinter einer Baumallee und der Saane eine steile Felswand empor.

Hübsch sind die klassischen Bauten um das Freibad herum. Gebaut wurde das Freibad vom Architekten Beda Hefti, dem wohl bedeutendsten Schweizer Badi-Architekten. Das Fribourger Bad diente ihm als Prototyp für weitere Bauten in der Schweiz.
Schwimmbad Heiden (AR)
Ein Ozeandampfer im Appenzellerland? Und das ganz ohne Meer? Fast. Das markante Restaurantgebäude mit seinem turmartigen Kamin erinnert bewusst an ein Schiff.

Architekt Beda Hefti schuf diese maritime Anspielung 1931 ganz gezielt: Nach dem Einbruch des Auslandtourismus nach dem Ersten Weltkrieg sollte die einheimische Kundschaft mit einer Prise Seefahrerromantik angelockt werden. Der Charme dieser Idee ist bis heute spürbar.
Lido di Lugano
Wer will da noch ans Mittelmeer! Mit seinen roten Arkaden und dem stilvollen Restaurant versprüht das Lido di Lugano beinahe italienisches Badehaus-Flair. Tatsächlich dienten Anlagen in Triest und Venedig als Vorbilder für das 1928 eröffnete Freibad.

Noch dazu hat man die Wahl, ob man im später ergänzten Olympiabecken oder direkt im See schwimmen will. Dazu gibt es stets den herrlichen Blick auf die Luganeser Hausberge San Salvatore und Monte Bré.
Piscine communale de Colovray, Nyon (VD)
Natürlich könnte man in Nyon auch direkt ins Wasser des Lac Léman steigen. Aber in der Piscine communale de Colovray schwimmt man gewissermassen über dem See. Die von Architekt Jean Serex entworfene Anlage aus dem Jahr 1970 fügt sich harmonisch in das zum See abfallende Gelände ein.

Neben dem Sportbecken gibt es ein grosszügiges Nichtschwimmerbecken. Der grosse Baumbestand mit Rosskastanien und Fichten spendet reichlich Schatten und macht die Badi auch an heissen Sommertagen zu einem angenehmen Ort.
Seebadeanstalt Rapperswil (SG)
Diese Badi hat sogar Literaturgeschichte geschrieben – dank Hugo Lötscher. Eine Saison lang soll er in der Seebadeanstalt Rapperswil gearbeitet haben, um sich für seinen Roman «Saison» inspirieren zu lassen.

Die Lage der Stadtbadi, wie sie heute genannt wird, könnte kaum idyllischer sein: hinter dem Schloss, im Schatten des Lindenhügels und mit Blick auf die Kempratner Bucht. Und auch die rund 100-jährige Holzkonstruktion auf Betonpfählen mit Liegeplätzen auf dem Dach ist beeindruckend.
Strandbad Sachseln (OW)
Einst wurde das Strandbad in Sachseln als Erfindung des Teufels bezeichnet, weil es in der katholischen Innerschweiz von Anfang an ein gemischtes Freibad war. Doch zum Glück ist es bis heute so erhalten geblieben wie aus dem Jahr 1929, als es erbaut wurde. Das heisst: im typischen Heimatstil mit viel Holz.

Längst wurde es umfassend saniert, so dass man sich auf der neugestalteten und barrierefreien Terrasse mit Holzrost und überdeckter Pergola gemütlich von den Schwimmrunden im Sarnersee erholen kann.
Flussbad Schwäbis Thun
Das Thuner Flussbad Schwäbis könnte so manche Geschichte erzählen, etwa von den diversen Hochwassern, die es schon erlebt hat. Seit 1869 steht die Anlage beim Zusammenfluss von innerer und äusserer Aare unweit der Thuner Altstadt. Nach dem letzten Hochwasser im Jahr 2005 wurde sie wieder sorgfältig in der charakteristischen Laubsägeli-Architektur inklusive Türmchen aufgebaut.

Das schönste Badeerlebnis: flussaufwärts bis zu einer der drei Brücken gehen, ins Wasser springen und sich gemächlich zurücktreiben lassen.
Freibad Letzigraben Zürich
Wer in Zürich Abkühlung sucht, denkt meist entweder an den Zürichsee oder die Limmat. Dabei gibt es auch in den Quartieren Freibäder. Ein ganz besonderes befindet sich im Stadtteil Altstetten-Albisrieden: das Letzigraben.

Speziell deshalb, weil es von Max Frisch und seiner ersten Frau Trudy entworfen wurde. Ja genau, der Schriftsteller war auch Architekt. Besonders elegant wirkt der Pavillon des Restaurants, der die Anlage wie einen Sonnenschirm überspannt. Die drei Schwimmbecken liegen in einer Anlage mit vielen Schattenplätzen.
Strandbad Zug
Das neue Strandbad Zug machte zuletzt vor allem wegen seiner Gastronomie und fehlender Schattenplätze Schlagzeilen. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, was die Anlage sonst zu bieten hat. Die geschwungene Holzkonstruktion fügt sich elegant in die Uferlandschaft ein, dazu kommt die einmalige Lage am Zugersee mit Blick auf Rigi und Pilatus.

Familien freuen sich über die Badelandschaft, Sportliche über die Spiel- und Trainingsmöglichkeiten – und natürlich über den Sprungturm im See.
Die Broschüre: Weitere Freibäder in der Schweiz findet man in der neu herausgegebenen Broschüre «Die schönsten Bäder» vom Schweizer Heimatschutz, erhältlich im Buchhandel.








