GenZ sorgt für eine Bankenkrise
Die Generation Z investiert früher und selbstbestimmter. Sie greift dafür auf Neobroker zurück, klassische Sparbanken verlieren an Bedeutung.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Generation Z legt anders an als andere Alterskategorien.
- Sie investiert früher, schneller und selbstbestimmter.
- Neobroker sind deshalb im Aufwind, während Sparbanken Massnahmen ergreifen wollen.
In ganz vielen Bereichen des Lebens hat die Generation Z andere Bedürfnisse als frühere Generationen. Auch bei Finanzfragen tickt sie anders – und das stellt eine Gefahr für klassische Banken dar.
Laut einer Analyse von «lemon markets» und Smartbroker, über die «Focus» berichtet, legen Neobroker stark zu: In Deutschland stieg ihr Depotbestand um 15,2 Prozent. Vor allem Jüngere investieren häufiger mithilfe von Trade Republic, Revolut oder Yuh anstatt von Banken.
Neobroker sind digitale Finanzdienstleister, die den Kauf und Verkauf von Aktien oder ETFs ermöglichen. Oftmals sind Registrierung und Handel einfach und schnell über die App erledigt. Hinzu kommen geringe Gebühren und einfache Handhabung.
Darunter leiden klassische Sparkassen: Diese verzeichnen in der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen Abwanderungen. Als Nachteile werden die hohen Gebühren und oft langwierigen Abwicklungen angesehen.
Die Generation Z investiert früher, selbstbestimmter und werteorientierter. Das Geld in einem Depot einer Sparkasse zu lassen, wird seltener als gute Option angesehen.
«Situative Relevanz schlägt klassische Loyalität»
Thomas Matis von KPMG spricht von einem «strukturellen Wandel im Wertpapiergeschäft». Finanzentscheidungen entstünden heute hybrid, also über soziale Medien oder Empfehlungen von Freunden. Die klassischen Vertriebskanäle und Bankberater verlieren an Bedeutung.
«Situative Relevanz schlägt klassische Loyalität», so Matis. Junge Investoren würden sich für das Produkt entscheiden, das im richtigen Moment intuitiv funktioniere. «Und nicht für die Bank, bei der die Eltern seit 30 Jahren Kunde sind.»
Dieser Entwicklungen sind sich auch die deutschen Sparkassen bewusst. Stefan Reuss, Präsident des Verbandes, sagte: «Es sind erhebliche Massnahmen erforderlich. Wir müssen einfacher und schneller für unsere Kunden werden.»















