OECD sieht bei Integration in vielen Bereichen Fortschritte
Die Integration von Migranten hat sich der Industriestaatenorganisation OECD zufolge in den vergangenen Jahren auf zahlreichen Feldern verbessert.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Integration von Migranten hat sich laut der OECD verbessert.
- In ihrer Studie erwähnt die Organisation positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die EU-Kommission veröffentlichten am Donnerstag eine Studie. Darin werden positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt und bei der Bildung genannt.
Mehr als die Hälfte der jungen Menschen mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil ein höheres Bildungsniveau als seine Eltern. Unter den jungen Menschen, deren Eltern in Deutschland geboren sind, sind das nur etwa 30 Prozent. EU-weit ist der Trend gleich, die Werte für beide Gruppen liegen jedoch näher aneinander.
Viele Migranten sind für ihren Job überqualifiziert
Die höheren Bildungsabschlüsse führen jedoch nicht zwangsläufig zum Erfolg. Innerhalb der EU sind fast ein Viertel der Menschen mit einem im Ausland geborenen Elternteil für ihren Job überqualifiziert. Für Kinder von im Ausland geborenen Eltern gilt nach der OECD-Studie weiterhin ein höheres Armutsrisiko. Besonders ausgeprägt sind die unterschiedlichen Lebensbedingungen im Vergleich zu Kindern in Spanien, Schweden, Frankreich und den USA.
In den EU-Ländern steht die öffentliche Wahrnehmung zum Beitrag von Migranten zur Gesellschaft im Gegensatz zu den verfügbaren Fakten. Während der Anteil der Migranten mit hohem Bildungsniveau steigt, wird diese Entwicklung in den meisten Ländern nicht wahrgenommen.

Ausserdem ist die Öffentlichkeit in klassischen Einwanderungsländern davon überzeugt, dass die schulischen Leistungen von Migrantenkindern zurückgehen. Während diese sich tatsächlich im vergangenen Jahrzehnt stark verbessert haben. So gab es bei der Pisa-Schuluntersuchung die grösste Steigerung beim Schriftverstehen bei 15-jährigen Migrantenkindern nach den USA in Deutschland.
Jeder fünfte fühlt sich diskriminiert
Jeder fünfte Migrant in der EU, der selber nicht aus Europa stammt, fühlt sich nach eigenen Angaben diskriminiert. Überdurchschnittlich ausgeprägt ist die Diskriminierung demnach in Frankreich und Belgien, wo sich jeder dritte aussereuropäische Migrant diskriminiert sieht.
Weniger stark ausgeprägt ist Diskriminierung nach der OECD-Studie in den nordischen Ländern und in Irland. Während die Diskriminierung den Angaben nach in Frankreich und Belgien weiter angestiegen ist, ist sie in Deutschland und Österreich rückläufig.