Norwegens Aussenminister wegen Praktikum des Sohns in Kritik
Die Epstein-Enthüllungen treffen Politik und Königshaus in Norwegen tief – nun gerät Aussenminister Espen Barth Eide in einer anderen Angelegenheit zusätzlich unter Druck.

Sein Sohn hatte ein Praktikum in der Pariser Botschaft des Landes ergattert. «Ich habe einen Fehler gemacht, den ich zutiefst bereue», sagte der Aussenminister dem norwegischen Rundfunk.
Als Aussenminister ist Eide der Vorgesetzte des Botschafters in Paris. Eide wollte sich nach eigenen Angaben «nicht einmischen» und informierte deshalb laut Medienberichten nicht das Ministerium über die Bewerbung, wie es seine Pflicht gewesen wäre.
Das sei eine Fehleinschätzung gewesen, sagte Eide dem Sender NRK. «Weil ich meinem Sohn gegenüber offensichtlich befangen bin, ist auch der gesamte Auswärtige Dienst befangen», sagte der Minister. «Der Botschafter war daher auch befangen, als er meinen Sohn als Praktikanten auswählte.» Mit diesen Regeln habe er sich nicht ausreichend vertraut gemacht.
Eide unterstrich, dass sein Sohn den Platz nach den regulären Bewerbungskriterien bekommen habe. Nun habe er das Praktikum aus eigenen Stücken abgebrochen.
Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre sagte, Eide hätte wissen müssen, wie er in so einem Fall hätte vorgehen müssen. Trotz des Fehltritts habe er aber weiter Vertrauen in seinen Minister.
Es ist nicht die einzige Affäre, mit der sich die norwegische Regierung gerade herumschlägt. Im Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein waren in den vergangenen Wochen mehrere prominente Norweger in Bedrängnis geraten. Eine unabhängige Untersuchungskommission soll nun den Fall Epstein und die Arbeitsweise des Auswärtigen Dienstes in den vergangenen Jahren unter die Lupe nehmen.










