Deutsche Post fordert 23-Kilo-Grenze für Pakete

Maja Bojic
Maja Bojic

Deutschland,

Die Deutsche Post fordert eine 23-Kilo-Grenze für Pakete und erweitert zugleich ihr Gesundheitsprogramm für Zusteller.

Deutsch Post DHL
Die Deutsche Post fordert eine gesetzliche Gewichtsgrenze für Pakete und baut gleichzeitig ihr Gesundheitsprogramm für Mitarbeitende aus. - imago

Die Deutsche Post setzt sich erneut für eine gesetzliche Begrenzung des Paketgewichts ein. Nach Angaben der «Chip» soll die zulässige Höchstgrenze künftig bei 23 Kilogramm pro Paket liegen.

Aktuell dürfen DHL-Kunden innerhalb Deutschlands Pakete mit einem Gewicht von bis zu 31,5 Kilogramm verschicken. Eine neue Regelung würde das erlaubte Maximalgewicht um 8,5 Kilogramm reduzieren.

Die Deutsche Post begründet die Forderung mit dem Schutz der Beschäftigten. Schwere Sendungen gehören für viele Zusteller zum Arbeitsalltag und können die körperliche Belastung erhöhen.

Ergo² soll Zusteller im Alltag entlasten

Parallel zur Diskussion über eine Gewichtsgrenze baut die Deutsche Post ihr Gesundheitsprogramm Ergo² aus. Laut der «Techbook» wird das Konzept nach einer zweijährigen Testphase an rund 150 Standorten von Post und Paket Deutschland eingeführt.

Das Programm richtet sich an Mitarbeitende in Sortierung und Zustellung. Dabei sollen Bewegungsabläufe verbessert und körperliche Belastungen während der täglichen Arbeit verringert werden.

Sollten Pakete künftig maximal 23 Kilogramm wiegen dürfen?

Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler begleiten die Zustellteams direkt vor Ort. Sie zeigen unter anderem Techniken für das sichere Heben von Paketen und Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur.

Politik diskutiert Schutz für Paketzusteller

Zusätzlich beinhaltet Ergo² Gleichgewichtsübungen zur Vorbeugung von Stolper- und Sturzunfällen. Der «Techbook» zufolge berichten Teilnehmer der Pilotphase von weniger Beschwerden und einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl.

Die Forderung nach leichteren Paketen wird auch politisch begleitet. Die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag setzt sich für eine Grenze von 20 Kilogramm ein, wie das «MDR» berichtet.

Die Partei fordert dabei weitere Massnahmen zum Schutz der Beschäftigten. Dazu zählt auch eine Einschränkung mehrfacher Subunternehmer-Strukturen in der Paketbranche.

Deutsche Post investiert in neue Technologien

Eine mögliche gesetzliche Änderung der Gewichtsgrenze wurde bereits während der Reform des Postgesetzes diskutiert. Damals stand die Frage im Raum, schwere Pakete nur noch durch zwei Personen zustellen zu lassen.

Die Gesundheitsinitiative ist Teil einer umfassenderen Strategie des Konzerns. Die Deutsche Post setzt verstärkt auf Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz, wie die «Chip» schreibt.

Deutsche Post DHL
Die Deutsche Post fordert eine gesetzliche Gewichtsgrenze für Pakete und baut gleichzeitig ihr Gesundheitsprogramm für Mitarbeitende aus. - getty images

Mit neuen Technologien sollen unter anderem logistische Prozesse, Zollabläufe und der Kundenservice effizienter gestaltet werden. Gleichzeitig baut der Konzern Bereiche wie Life Sciences, Healthcare und neue Energien aus.

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