Nato lässt bei Übung mit Ukraine-Soldaten Federn
Zwei Battaillone der Nato gingen bei einer Übung in Estland gegen zehn Ukrainer unter. Grund dafür: Die Streitkräfte der Nato haben wenig Drohnen-Erfahrungen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Ukraine verteidigt sich seit Februar 2022 gegen Russland – auch mit Drohnen.
- Das Know-How stellten zehn Ukrainer bei einer Nato-Übung in Estland unter Beweis.
- In einem halben Tag schalteten sie zwei Nato-Battaillone und ihre Fahrzeuge aus.
Im Februar 2022 marschierte Russland in die Ukraine ein.
Seit diesem Zeitpunkt liefern sich die Streitkräfte beider Länder erbitterte Kämpfe mit vielen militärischen und zivilen Todesopfern.
Im Krieg kommen mit den Schützengräben altbekannte Kriegstaktiken zum Einsatz. Aber am Himmel verteidigen sich die Ukrainer oft mit einer neuartigen Kriegsstrategie: Sie setzen auf Drohnen.
Und das mit Erfolg. Immer wieder gelingt es den Ukrainern, russische Konvois mithilfe von Aufklärungsdrohnen aufzuspüren. Zudem fügen sie den Russen mit sogenannten Kamikaze-Drohnen, an denen Sprengstoff befestigt ist, herbe Verluste zu.
Zehn Ukrainer schalten zwei ganze Battaillone der Nato aus
Dass sie im Umgang mit Drohnen versiert sind, stellten zehn Ukrainer nun auch an einer Übung der Nato unter Beweis.
In Estland gelang es ihnen mithilfe der Fluggeräte, zwei Battaillone der Nato auszuschalten, wie das «Wall Street Journal» berichtet.
Insgesamt hätten die ukrainischen Militärs nur einen halben Tag gebraucht, die Nato-Truppen auszuschalten. Inklusive 17 gepanzerten Fahrzeugen.
«Wir sind am Arsch»
Ein Teilnehmer der Übung erklärt dazu, die Nato-Truppen seien einfach durch die Gegend gelaufen. Sie hätten keinerlei «Tarnung genutzt» und «ihre Zelte und Fahrzeuge einfach abgestellt».
Der estnische Militärexperte Aivar Hanniotti beschreibt die Nato-Ergebnisse gegenüber dem «WSJ» als «schrecklich». Und ein Nato-Kommandeur soll zur Übung gesagt haben: «Wir sind am Arsch.»
Das konkrete Problem der Nato-Truppen gegen die zehn Ukrainer sei die fehlende Deckung gewesen, so Hanniotti: «Es gab keine Chance, sich zu verstecken.»
«Fundamentales Verständnis des modernen Schlachtfelds» fehlt
Fahrzeuge und mechanisierte Einheiten seien sehr leicht auffindbar gewesen. So hätten sie mit Drohnenschlägen schnell ausgeschaltet werden können.

Erreicht haben die zehn Ukrainer dies mit 30 Drohnen. Diese seien auf einer Fläche von zehn Quadratkilometern im Einsatz gewesen. Das ist nur die Hälfte dessen, was an der Front in der Ukraine in der Luft ist.
Zu der katastrophalen Übung in Estland zieht Militärexperte Hanniotti ein ernüchterndes Fazit: Zu viele Nato-Staaten würden zeigen, dass ihnen «ein fundamentales Verständnis des modernen Schlachtfeldes» fehle.


















