Unmittelbar nach einer Naturkatastrophe steigt verständlicherweise das Bedürfnis nach mehr Absicherung. Doch viele Hausbesitzer schieben das Thema Elementarpolice dann doch auf die lange Bank.
Nach einer Naturkatastrophe steigt das Bedürfnis nach mehr Absicherung. Viele Hausbesitzer schliessen dennoch keine Elementarversicherung ab.
Nach einer Naturkatastrophe steigt das Bedürfnis nach mehr Absicherung. Viele Hausbesitzer schliessen dennoch keine Elementarversicherung ab. - Philipp von Ditfurth/dpa/dpa-tmn

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere Monate nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands geht das Gefahrenbewusstsein bei Deutschlands Hausbesitzern nach Darstellung der Versicherungsbranche wieder zurück.

Von Anfang Januar bis Ende März verkauften die Versicherer deutschlandweit lediglich 125.000 Elementarpolicen gegen Extremwetter und Überschwemmung, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mitteilte.

Unmittelbar nach der Flut hatte es im dritten Quartal einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage mit 400.000 neuen Verträgen gegeben.

«Wir haben schon häufiger beobachtet, dass sehr viele Menschen direkt nach einer Naturkatastrophe das Bedürfnis haben, sich abzusichern», sagte Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. «Leider nimmt das Interesse, wie auch in diesem Fall, mit wachsendem zeitlichem Abstand zum Ereignis wieder ab.»

Die Standard-Gebäudeversicherung deckt zwar Schäden durch Sturm und Hagel ab, nicht aber Hochwasser. Laut GDV hat lediglich die Hälfte der Hausbesitzer die zusätzlichen Elementarpolicen abgeschlossen. «Das ist viel zu wenig», sagte Asmussen.

Vor der Juliflut verzeichneten die Versicherer laut GDV zwischen 50.000 und 100.000 neuen Elementarverträge je Vierteljahr. Der Versicherungsverband plädiert unter anderem für Bauverbote in hochwassergefährdeten Gebieten und eine verpflichtende Elementar-Absicherung in neuen Wohngebäudeverträgen.

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