Mysteriöses Verschwinden von Spatzen in Berlin – 70 Prozent weniger

    Fabienne Endras
    Fabienne Endras

    Deutschland,

    In Berlin sind in den letzten fünf Jahren rund 70 Prozent Spatzen verschwunden. Forscher können es sich nicht erklären.

    Spatzen
    Der Spatz aus den Städten. Nun wurde auch in Berlin, der Spatzenhauptstadt Deutschlands, ein Rückgang von 70 Prozent beobachtet. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit Jahren nimmt die Zahl der Spatzen in Europa ab – vor allem in den Städten.
    • Jetzt hat auch Berlin, die Spatzenhauptstadt, einen Rückgang der kleinen Vögel festgestellt.
    • Auch in der Schweiz gibt es immer weniger Spatzen in den Städten. Landesweit ist der Bestand jedoch stabil.

    Die Zahl der Spatzen ist in Europa seit Jahren rückläufig. Vor allem in den Städten gibt es immer weniger dieser kleinen Vögel.

    Aus Berlin gibt es nun beunruhigende Zahlen. Die Zahl der Haussperlinge – im Volksmund Spatzen – ist dort seit 2021 um 70 Prozent zurückgegangen, wie «Focus» berichtet.

    Die Stadt Berlin trägt den Ruf als Spatzenhauptstadt Deutschlands. Der Grund dafür: Die Stadt gilt nicht als besonders sauber. «Je schmuddeliger, desto besser für den Spatz», sagt der Berliner Biologe Jörg Böhner gegenüber dem Online-Portal.

    Forscher vor Rätsel

    In anderen deutschen Städten wie Hamburg oder Köln waren die Spatzenzahlen schon früher zurückgegangen. In Berlin war das lange anders.

    Auch der Naturschutzbund Berlin, kurz Nabu, schlägt Alarm. Die Organisation spricht von einem «freien Fall» der Spatzenbestände.

    «Und das Schlimme ist: Wir wissen immer noch nicht, was die Ursache ist», heisst es beim Nabu. Forscher stehen vor einem Rätsel, das sie bisher nicht lösen konnten.

    Nahrungsmangel gilt als eine mögliche Ursache, doch der Biologe Jörg Böhner bezweifelt dies. Denn andere Singvogelarten, die ebenfalls auf Nahrungssuche sind, zeigen keinen vergleichbaren Rückgang.

    «In Luft aufgelöst»

    Auch fehlende Nistplätze erklären den Schwund nicht. Viele geeignete Niststätten bleiben leer, obwohl die Vögel dort brüten könnten. Das macht die Lage noch rätselhafter.

    Das Einzige, was man weiss: Die Vögel verschwinden aus der Stadt. «Es ist, als hätten sich die Spatzen in Luft aufgelöst.»

    Hast du auch schon Spatzen beobachtet?

    Auch in der Schweiz ist bereits ein Rückgang von Spatzen in den Städten beobachtet worden. Dies bestätigen die Vogelwarte Sempach und Birdlife Schweiz auf Anfrage von Nau.ch. Aktuelle Zahlen zum Spatzen-Rückgang im urbanen Gebiet liegen jedoch keine vor.

    Eine gute Nachricht. Der Spatz verschwindet zwar aus den Städten, jedoch nicht aus der Schweiz. Gemäss dem Bestandsindex der Vogelwarte Sempach gibt es in der Schweiz dieses Jahr ähnlich viele Spatzen wie 1994.

    Kommentare

    User #1051 (nicht angemeldet)

    Alles überbaut,kein Futter und massive Hitze.Sonst noch Fragen.

    User #5605 (nicht angemeldet)

    Es wundert mich gar nicht,wenn überall nur noch diese " Klötze" gebaut werden.Es gibt immer weniger Schrägdach Häuser,wo die Spatzen und andere Vögel nisten können.Schade und sehr traurig diese Entwicklung.

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