Zum Jahrestag des Mordes an der Journalistin Anna Stepanowna Politkowskaja drängt der Kreml auf eine Aufklärung – nach abgelaufener Verjährungsfrist.
Anna Stepanowna Politkowskaja
Der Kreml in Moskau. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mord an Anna Stepanowna Politkowskaja sollte aufgeklärt werden.
  • Das teilte der Kreml am heutigen Donnerstag in Moskau mit.
  • Jedoch ist der Mord an der kremlkritischen Journalistin lange verjährt.

Genau 15 Jahre nach dem Mord an der Journalistin Anna Stepanowna Politkowskaja dringt der Kreml auf eine Aufklärung des Falls.

«Natürlich möchten wir alle, dass die Täter identifiziert und bestraft werden. Sowohl diejenigen, die das Verbrechen angeordnet haben, als auch diejenigen, die es ausgeführt haben.» Dies sagte Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

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Blick auf den Kreml. - Keystone

Russland steht international in der Kritik, den Mord nicht umfassend aufgeklärt zu haben. Zudem ist nun die Verjährungsfrist für eine Verurteilung möglicher Hintermänner abgelaufen.

Auch die US-Regierung forderte am Jahrestag der Tat, die Hintermänner zur Rechenschaft zu ziehen. Auf Twitter sagte Aussenminister Antony Blinken: «Wir fordern erneut, dass diejenigen, die ihre Ermordung angeordnet haben, vor Gericht gestellt werden.» Politkowskaja sei wegen ihrer Arbeit getötet worden, «mit der sie Menschenrechtsverletzungen im Tschetschenien-Konflikt aufdeckte».

Anna Stepanowna Politkowskaja kritisierte den Kreml

Die Reporterin Anna Stepanowna Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 in ihrem Haus in Moskau erschossen worden. Sie wurde 48 Jahre alt. Nach langen Ermittlungen wurden 2014 mehrere Männer aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus verurteilt.

Die Familie und Ex-Kollegen der Journalistin vermuten ein politisches Motiv. Die mehrfach ausgezeichnete Journalistin hatte für die kremlkritische Zeitung «Nowaja Gaseta» gearbeitet.

Anwältin verlangt Ermittlung nach Auftraggeber

Die Arbeit der Ermittler wolle er nicht kommentieren, sagte Peskow. «Jeder weiss, dass viele Verbrechen, insbesondere Auftragsdelikte, sehr schwer aufzuklären sind, und eine Aufklärung oft viele, viele Jahre dauert.» Die Anwältin der Familie, Anna Stawitzkaja, sagte: Politkowskajas Kinder und die «Nowaja Gaseta» sähen das Verbrechen erst dann als aufgeklärt, wenn der Auftraggeber ermittelt worden sei.

Die EU rief Russland dazu auf, alle Verantwortlichen «in einem offenen und transparenten Gerichtsverfahren» zur Rechenschaft zu ziehen. Moskau müsse seinen nationalen und internationalen Verpflichtungen zum Schutz von Menschenrechten nachkommen.

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