14 Jahre Straflager für Ex-Gouverneur der Region Kursk
Der frühere Gouverneur der westrussischen Region Kursk, Alexej Smirnow, ist in einem Korruptionsverfahren von einem Gericht zu 14 Jahren Straflager verurteilt worden. Das Gericht in Kursk verhängte ausserdem eine Geldstrafe von 400 Millionen Rubel (rund 4,3 Millionen Euro) und ein Berufsverbot für die Dauer von zehn Jahren. Der 52 Jahre alte Beamte hatte seine Schuld vor Gericht eingeräumt. Smirnow hatte laut Urteil von Baufirmen, die auch Verteidigungsanlagen in dem Gebiet an der Grenze zur Ukraine errichten sollten, Schmiergelder kassiert.

Laut Gerichtsurteil wurden auch mehr als 20 Millionen Rubel aus Smirnows Vermögen beschlagnahmt. Der Fall flog auf, nachdem ukrainische Truppen im August 2024 ohne grossen Widerstand dank minderwertiger Verteidigungsanlagen in die Region Kursk eindringen konnten. Es stellte sich laut Medienberichten heraus, dass etwa Panzersperren aus billigem Material waren, das der Wucht von ukrainischem Militärgerät nicht standhalten konnte.
Für die Ukraine galt das in ihrem Kampf gegen den russischen Angriffskrieg als grosser Erfolg. Die monatelange Kontrolle russischer Gebiete durch ukrainische Truppen war auch eine beispiellose Erniedrigung für Kremlchef Wladimir Putin. Der Präsident hatte stets erklärt, seine Invasion in der Ukraine diene dem Schutz russischer Interessen. Die Menschen in der Region erlebten dann allerdings selbst Krieg, Tod und Zerstörung wie ihre ukrainischen Nachbarn.
Smirnow war im Mai 2024 Gouverneur von Kursk geworden. Nur wenige Monate später überrannten die ukrainischen Truppen einen Teil des Gebietes bei dem überraschenden Gegenstoss. Im Dezember 2024 trat Smirnow vorzeitig vom Amt zurück. Ein Moskauer Gericht nahm ihn später in Untersuchungshaft.
Smirnow hatte ein Geständnis abgelegt und erklärt, dass ihm sein Vorgänger Roman Starowoit die Praxis mit den Schmiergeldern empfohlen hatte. Starowoit selbst hatte die Fertigstellung der Verteidigungsanlagen nach oben gemeldet. Er wurde dann russischer Verkehrsminister, bis ihn Putin im Juli vergangenen Jahres überraschend entliess. Er wurde kurz danach mit einer Schusswunde im Kopf im Freien gefunden. Die Ermittler sprachen von «Selbstmord».










