EU

    Migranten in Belarus beharren weiter auf Öffnung der EU-Grenze

    Keystone-SDA
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    Weissrussland,

    Migranten warten an der belarussisch-polnischen Grenze auf Einlass in die EU. Die EU wirft Lukaschenko vor, damit Druck auf die EU auszuüben.

    Lage an der polnisch-belarussischen Grenze
    Migranten campieren am 18. November in der Nähe der Grenze zu Polen. Foto: Ulf Mauder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit rund zwei Wochen warten in Belarus tausende Migranten auf einen Einlass nach Polen.
    • Lukaschenko wird beschuldigt, in organisierter Form Migranten an die Grenze zu bringen.
    • Die Flüchtlinge sind über touristische Visa in Belarus eingereist.

    Auch nach rund zwei Wochen an der Grenze zu Polen beharren in Belarus Tausende Migranten auf einer Öffnung zur EU. Sie wollten bleiben, bis die EU sie reinlasse, sagten zahlreiche Iraker und Syrer einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur in der Notunterkunft in einer Lagerhalle in Brusgi. Der Grenzpunkt dort ist mit Betonbarrieren und Stacheldraht geschlossen.

    Vor der Notunterkunft setzten Helfer auch am Samstag die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe fort. Die hygienischen Bedingungen sind schlecht. Der Zivilschutz verstärkte zudem den Brandschutz.

    Die Menschen würden alles Notwendige bekommen, sagte der Generalsekretär des belarussischen Roten Kreuzes, Dmitri Schewzow, der dpa vor dem umfunktionierten Logistikzentrum. Dort übernachteten nach Schätzungen etwa 2000 Menschen, die eine Rückreise in ihre Heimat ablehnen und nach Deutschland, Belgien und in andere EU-Staaten wollen. Sie werden von bewaffneten Uniformierten bewacht und können das Gelände nicht verlassen.

    Lukaschenko sprach mit BBC

    Belarussische Ermittler setzten zudem Befragungen von Migranten fort, die am vergangenen Dienstag bei einem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas von polnischer Seite verletzt worden waren. Auch Kinder waren getroffen worden. Die Menschen wurden mit Hilfe von Dolmetschern vernommen. Das Ermittlungskomitee in Belarus spricht von inzwischen 100 Betroffenen.

    Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko verglich die polnischen Sicherheitskräfte im Interview der BBC mit «Faschisten». Sie hätten durch den Einsatz der Wasserwerfer und des Tränengases auch die belarussische Staatsgrenze verletzt, sagte er. Dabei seien Chemikalien eingesetzt worden, mit denen sonst «Kakerlaken» vernichtet würden, behauptete Lukaschenko.

    Die Europäische Union beschuldigt Lukaschenko, den sie nicht mehr als Präsidenten anerkennt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Aussengrenze zu bringen, um Druck auf den Westen auszuüben. Die Menschen aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan sind über touristische Visa in Belarus eingereist.

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