Merz: «Würde meinen Kindern nicht empfehlen, in die USA zu gehen»

Elena Hatebur
Elena Hatebur

Deutschland,

Erst kritisiert Friedrich Merz die USA, dann reagiert Donald Trump. Nun legt der deutsche Kanzler erneut nach – ausgerechnet beim deutschen Katholikentag.

Friedrich Merz
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz am Katholikentag in Würzburg (D). - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat am Katholikentag in Würzburg (D) teilgenommen.
  • Er kritisierte die USA: Er würde seinen Kindern nicht empfehlen, dort zu arbeiten.
  • Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern ist ohnehin seit Monaten angespannt.

Der Katholikentag in Würzburg (D) bot Friedrich Merz in diesen Tagen die Gelegenheit, sich volksnah zu zeigen.

Der deutsche Kanzler sprach mit jungen Menschen über Politikverdrossenheit, Verantwortung und darüber, weshalb Vertrauen in die Politik verloren gehe.

Merz Trump
Merz und Trump haben das Heu aktuell nicht auf der gleichen Bühne. (Archivbild) - keystone

Dabei blieb der CDU-Politiker diesmal zwar von einem grösseren verbalen Fehltritt verschont. Seine Aussagen über Bescheidenheit und Demut wurden im Publikum aber dennoch vereinzelt mit Sarkasmus und Kopfschütteln quittiert.

Für Aufsehen sorgte Merz schliesslich mit einer Bemerkung über die USA: «Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten.»

Merz kassierte persönliche Attacke von Trump

Denn heutzutage hätten die ⁠Bestausgebildeten ⁠in Amerika «grosse Schwierigkeiten, einen Job zu finden», behauptete Merz gemäss dem «Spiegel» weiter. Aussagen, die in Washington kaum auf Begeisterung stossen dürften.

Ohnehin ist das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland angespannt. Im Iran-Krieg hatte Merz den USA zuletzt vorgeworfen, sich vom Iran demütigen zu lassen.

Er kassierte für diese Aussagen eine Trump-Attacke. «Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!», hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social über den Kanzler geschrieben. Es sei kein Wunder, «dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!».

Auf die verbale Attacke folgte wenig später ein konkretes Signal aus Washington: Rund 5000 US-Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werden.

Telefonat mit US-Präsident

Während Trumps Rückreise vom Staatsbesuch in China haben der Kanzler und der US-Präsident dann aber offenbar telefoniert. Das gab Merz am Freitag auf X bekannt.

Wird das Verhältnis Deutschland-USA wieder besser?

«Wir sind uns einig: Der Iran muss jetzt an den Verhandlungstisch kommen.» Der Iran müsse die Strasse von Hormus öffnen. Teheran dürfe keine Nuklearwaffen besitzen.

Auch über den Ukraine-Krieg und den Nato-Gipfel im Juli in Ankara hätten die beiden gesprochen. «Die USA und Deutschland sind starke Partner in einer starken Nato», betonte Merz.

«Woke deutsche Medien»

Die diplomatischen Wogen scheinen damit etwas geglättet – zumindest vorerst.

Merz' Aussagen am Katholikentag blieben seitens US-Regierung jedoch nicht unkommentiert.

Richard Grenell, Trumps US-Botschafter in Deutschland während der ersten Amtszeit, meldete sich ebenfalls auf X zu Wort. Merz werde von «woken deutschen Medien» kontrolliert, schrieb Grenell.

Kommentare

User #4601 (nicht angemeldet)

Deutschland ist um einiges schlimmer als die USA...

User #4522 (nicht angemeldet)

Sagt das ehemalige Blackrock Aufsichtsratsvorsitzende Friedrich Merz!

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