Lausanner Sängerin Marie Jay auf dem Sprung über den Röstigraben
Die Sängerin Marie Jay aus Lausanne soll sich auch in der Deutschschweiz einen Namen machen. Darum ist die 24-Jährige vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF 3) zum «Best Talent» des Monats September gekürt worden.

Erst im vergangen Jahr ist Marie Jay nach Paris gezogen. «Paris ist wie der Bauch eines Vulkans», lässt sie sich von SRF 3 zitieren. Jay will sich mit ihrem Umzug aber nicht aus der Schweiz verabschieden, sondern in Paris näher an die französische Popszene rücken. Ihr Blick richte sich auf die grosse Popwelt, ihr Herz bleibe in Lausanne, heisst es weiter. Zwischen Fern- und Heimweh finde sie den Stoff für viele ihrer Songs.
Bereits als Kind hat Marie Jay zur Gitarre gegriffen. Später führte sie ihr Weg vom BIMM Music Institute in Brighton zur Freiburger Plattform «La Gustav». Die Talentschmiede des gleichnamigen Freiburger Musikers hat auch schon Künstlerinnen und Künstler hervorgebracht, die die Schweiz am Eurovision Song Contest vertreten haben, etwa Gjon’s Tears und Zoë Më. Heute steht Jay mit ihren Liedern über Selbstzweifel, Euphorie und das Chaos des Erwachsenwerdens auf den Festivalbühnen in Montreux, des Paléo in Nyon oder des Berner Hausbergs Gurten.
In ihrem aktuellen Musikprojekt «le rose c'est hasbeen» thematisiert die Sängerin den Druck, der mit Ehrgeiz einhergeht, sowie ihre frühe Erfahrung mit einem Burnout. «Die moderne Barbie fällt hin und steht wieder auf», sagt sie. Angesichts von Perfektionismus, hohen Ansprüchen und der Einsicht, dass niemand ständig Höchstleistungen erbringen könne, meint sie: «Das echte Leben ist wichtiger als Popmusik.»
Die Anerkennung des Deutschschweizer öffentlich-rechtlichen Radios mit dem «SRF 3 Best Talent» gebe ihr das Gefühl, «zur Schweizer Musikfamilie zu gehören», so Marie Jay.






