Masern: Dramatischer Anstieg in 59 Ländern alarmiert die WHO
Die WHO warnt vor einer gefährlichen Ausbreitung der Masern. In 59 Ländern kam es 2024 zu grossen Ausbrüchen.

Die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, befürchtet eine Ausbreitung der hochansteckenden und potenziell tödlichen Masern. Kate O'Brien, Direktorin der WHO-Impfabteilung, warnte laut «Bild», für grosse Teile der Welt würden die Alarmglocken läuten.
Der aktuelle WHO-Bericht zeigt, dass das Tempo beim Kampf gegen Masern trotz aller Erfolge zu niedrig ist. WHO-Expertin Diana Chang Blanc betonte, die Zahl der Toten und Fälle sei immer noch inakzeptabel hoch.
59 Länder meldeten grosse Ausbrüche
Im Jahr 2024 kam es in 59 Ländern zu massiven Masernausbrüchen. Das sind fast dreimal so viele wie im Jahr 2021, berichtet «Euronews».
Insgesamt erkrankten 2024 rund elf Millionen Menschen weltweit an Masern. Laut «Hausärztinnen und Hausärzteverband» sind das 800'000 mehr Fälle als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019.
Tödlich verläuft die Krankheit vor allem unter kleinen Kindern in Afrika. Die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte stehen laut WHO auf dem Spiel.
Kanada verliert masernfreien Status nach 27 Jahren
Kanada ist erstmals seit fast 30 Jahren nicht mehr masernfrei. Nach einem landesweiten Ausbruch mit mehr als 5000 dokumentierten Fällen entzog die WHO dem Land den Status.
1998 hatte die WHO Kanada offiziell als masernfrei erklärt, schreibt «T-Online». Der aktuelle Ausbruch hält seit über zwölf Monaten an, vor allem in Gemeinschaften mit niedriger Impfrate.

Bislang entfielen in diesem Jahr 88 Prozent der Masernfälle auf Ungeimpfte, zeigen nationale Gesundheitsdaten. Die Gesundheitsbehörde arbeitet mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation zusammen, um die Impfquoten zu erhöhen, meldet «Euronews».
USA kämpfen gegen massive Epidemie
Auch die USA kämpfen derzeit gegen eine Masern-Epidemie. Fast 1700 Fälle wurden bislang dokumentiert, drei Menschen starben, berichtet «T-Online».
In verschiedenen Teilen der USA sei ein Rückschritt bei den Impfungen zu verzeichnen, sagte O'Brien. Viele Regionen erreichen nicht mehr die notwendige Impfquote von mindestens 95 Prozent.
Desinformation treibt Impfskepsis
Ein grosses Problem sei Desinformation im Netz, die zu Impfskepsis führe. Dies sei zwar schon lange zu beobachten, aber das Ausmass sei neu, erklärte die WHO.
Mit Sorge beobachtet die Organisation auch die Auswirkungen schrumpfender Hilfsgelder für Impfkampagnen. Die Entwicklung sei umso bedauerlicher, da die bewährte Impfung Epidemien gut verhindern könne.
Kritische Schwelle bei Impfrate unterschritten
Weltweit erhielten 2024 schätzungsweise 84 Prozent der Kinder ihre erste Masernimpfung. Nur 76 Prozent bekamen die zweite Impfung, wie WHO-Daten zeigen, berichtet «Euronews».

Mehr als 30 Millionen Kinder weltweit blieben 2024 unzureichend gegen Masern geschützt. Drei Viertel von ihnen lebten in Afrika oder im östlichen Mittelmeerraum.
Masern sind so ansteckend, dass mindestens 95 Prozent der Bevölkerung immunisiert sein müssen. Nur so lässt sich die Bevölkerung vor dem Virus schützen, erklären Gesundheitsbehörden.
WHO-Chef fordert globale Anstrengungen gegen Masern
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, Masern seien das ansteckendste Virus der Welt. Diese Daten zeigten einmal mehr, wie der Erreger jede Lücke in den Abwehrbemühungen ausnutze.
Die WHO fordert mehr Geld und neue Anstrengungen, um Masern weltweit zu eliminieren. Wenn jedes Kind in jeder Gemeinschaft geimpft sei, liessen sich kostspielige Ausbrüche vermeiden, sagte Tedros.














