Wegen eines mutmasslichen Doppelmords an seiner Partnerin und ihrem angeblichen Liebhaber muss sich ein 34-Jähriger seit Dienstag vor dem Oldenburger Landgericht in Niedersachsen verantworten.
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Justitia - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Prozess gegen 34-Jährigen in niedersächsischem Oldenburg begonnen.

Der Mann soll laut Anklage seine Opfer im Oktober vergangenen Jahres in Delmenhorst kurz nacheinander in einer Sportbar und in einer Wohnung erstochen haben. Er ging demnach davon aus, dass diese miteinander eine Beziehung führten und sah sich in seiner Familienehre verletzt.

Laut Anklageschrift waren der aus dem Irak stammende Beschuldigte und seine Partnerin nach jesidischem Recht verheiratet. Die Tat ereignete sich, nachdem der Mann von einer möglichen Beziehung zwischen seiner Lebensgefährtin und dem anderen Mann erfahren haben wollte. Den mutmasslichen Liebhaber suchte er in einer Sportbar auf und stach ihn nieder. Danach fuhr er zur Wohnung seiner Partnerin und attackierte diese ebenfalls mit Messerstichen. Beide starben.

Der Verdächtige flüchtete zunächst, wurde aber noch am selben Tag festgenommen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers liess er zum Prozessauftakt über einen Verteidiger erklären, er habe zu dieser Zeit regelmässig Kokain konsumiert und sei von einem Mordkomplott ausgegangen, das seine Partnerin und deren angeblicher Liebhaber gegen ihn geschmiedet hätten.

Am Tattag habe er sich von einem Auto verfolgt gefühlt und beschlossen, die vermeintlichen Urheber zu töten. Die beiden Tötungen räumte er demnach ein. Für den Prozess gegen den Mann sind noch fünf weitere Termine bis zum 26. April angesetzt.

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