Vor der Küste von Malta hat ein spanisches Rettungsschiff 43 Migranten aus einem sinkenden Boot gerettet. Der Inselstaat verweigert jedoch deren Aufnahme.
Seenotrettung in der Corona-Krise
Ein Rettungsschiff und ein Schlauchboot mit Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. (Archivbild) Foto: Olmo Calvo/AP/dpa - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Vor der Küste von Malta hat ein spanisches Rettungsschiff 43 Flüchtlinge gerettet.
  • Der Inselstaat verweigert jedoch die Aufnahme der Migranten.
  • Die Häfen von Malta wurden angesichts der Coronakrise geschlossen.

Das spanische Rettungsschiff «Aita Mari» hat vor der Küste von Malta Dutzende Migranten aus einem sinkenden Boot geborgen. Die 43 geretteten Menschen hätten die Nacht auf dem kleinen Schiff verbracht, teilte die Nichtregierungsorganisation Salvamento Marítimo Humanitario (SMH), die die «Aita Mari» betreibt, am Dienstag auf Twitter mit.

Libyen Schiff
Das spanische Rettungsschiff «Aita Mari» vor Sizilien. (Archivbild) - Keystone

Unter den Migranten seien eine schwangere Frau, ein Kind sowie sechs Menschen, die wegen Flüssigkeitsmangels vorübergehend bewusstlos geworden seien.

Sicherer Hafen gefordert

Da Malta die Aufnahme der Geretteten verweigere, fordere man einen sicheren Hafen, hiess es. Die Minimalbesatzung versorge die Migranten bis dahin «so gut wie möglich», hiess es. Die Wetterverhältnisse würden aber immer schlechter. Malta hatte nach Angaben der spanischen Hilfsorganisation die Entsendung eines Hubschraubers mit einem Arzt und Hilfsmaterial zugesichert.

Flüchtlinge
Flüchtlinge in einem überfüllten Holzboot im Mittelmeer vor der Küste von Libyen. - dpa

Zunächst hatte SMH von 47 Menschen auf dem leckgeschlagenen Schlauchboot berichtet. Eine Erklärung zum Widerspruch bei den Zahlen gab es zunächst nicht. Es wurde aber auch nicht von Toten oder Vermissten berichtet. Womöglich wurde anfangs falsch gezählt.

Schiff war bereits auf dem Weg nach Spanien

Die «Aita Mari» war nach Angaben von SMH eigentlich zwecks Wartung bereits auf dem Rückweg nach Spanien, als die Nachricht kam, dass mindestens drei Flüchtlingsboote mit mehr als 170 Menschen an Bord vor Malta in Seenot geraten seien. Mit einer Minimalbesatzung machte sie deshalb kehrt und entdeckte das Schlauchboot am Montag. Die Rettungsaktion ging erst kurz vor Mitternacht zu Ende.

Alan Kurdi
Das Rettungsschiff «Alan Kurdi». (Archivbild) - sea-eye.org/AFP

Vor einigen Tagen hatten Italien und Malta ihre Häfen wegen der Corona-Krise für die privaten Seenotretter geschlossen. Es gab jedoch auch Meldungen über mehr als 170 Menschen, die auf Sizilien an Land gehen konnten. Knapp 150 Migranten an Bord des privaten deutschen Rettungsschiffs «Alan Kurdi» sollten zunächst für eine Corona-Quarantäne auf eine italienische Fähre gebracht werden.

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