Die italienische Polizei hat bei einer Grossrazzia in Rom 43 mutmassliche Mafiosi und ihre Helfer festgenommen. Sie sollen in den vergangenen Jahren einen Ableger der 'Ndrangheta aus Kalabrien, einer der grössten und meistgefürchteten Mafia-Organisationen, in der italienischen Hauptstadt aufgebaut haben.
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Ein Polizeiauto in Rom. (Archivbild) - Keystone

Wie die Ermittler am Dienstag mitteilten, agierte die von zwei Bossen geleitete Gruppe in mehreren Bereichen Roms, etwa in der Gastronomie, dem Fischhandel sowie in Bäckereien und Konditoreien. Zeitgleich zu den Durchsuchungen in der Hauptstadt führten Anti-Mafia-Einheiten auch in Reggio Calabria Razzien durch und nahmen dabei 35 Verdächtige fest.

Die 'Ndrangheta gilt als mächtigste Mafia-Gruppe in Italien und als eine der zentralen für den Drogenhandel in Europa. Nicola Zingaretti, der Präsident der Region Latium, sprach von der «wichtigsten je ausgeführten Operation in Rom gegen die 'Ndrangheta».

Die in Kalabrien am Südzipfel Italiens beheimatete Organisation habe den Ermittlungen zufolge im Sommer 2015 entschieden, in Rom eine offizielle Gruppe aufzubauen - «um Krieg zu führen», wie einer der beiden Bosse laut Nachrichtenagentur Ansa bei einem abgehörten Gespräch sagte. «Wir sind ein Ableger von da unten», behauptete er.

Neben den Festnahmen wurden in Rom 24 Unternehmen - Restaurants, Bars und Fischläden - beschlagnahmt. Den Verdächtigen werden unter anderem die Mitgliedschaft in einer mafiösen Organisation, Drogenhandel, schwere Erpressung und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.

Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri nannte die Polizei-Aktion bei Twitter einen «grossen Schlag gegen die organisierte Kriminalität» in der Hauptstadt. Die Mafiosi hätten das Ziel gehabt, die Kontrolle über diverse Wirtschaftszweige zu erlangen.

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