Mord

    Maddie-Verdächtiger droht möglicherweise keine Anklage wegen Mordes

    Raphael Wyder
    Raphael Wyder

    Deutschland,

    Der Hauptverdächtige im Fall Maddie McCann könnte trotz Beweisen nicht wegen Mordes angeklagt werden. Das vermutet die deutsche Staatsanwaltschaft.

    Fall Maddie McCann
    Gegen den 43-jährigen Christian B. wird wegen Mordes an der vermissten Maddie McCann ermittelt. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Christian B. (43) wurde kürzlich als Hauptverdächtiger im Fall Maddie benannt.
    • Die Staatsanwaltschaft hätte konkrete Beweise, dass die Dreijährige getötet wurde.
    • Nun könnte es aber doch nicht zu einer Anklage wegen Mordes kommen.

    Der Hauptverdächtige im Fall Maddie, Christian B, sitzt derzeit seine Strafe wegen eines Drogendelikts ab. Er wurde ausserdem von einem Gericht wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen Amerikanerin zu sieben Jahren verurteilt.

    Die Tat geschah 2005 am portugiesischen Urlaubsort Praia da Luz, wo zwei Jahre später die dreijährige Maddie verschwand.

    Verdächtiger
    Im Vermisstenfall Madeleine McCann wird seit 2007 ermittelt. - Keystone

    Der deutsche Staatsanwalt Hans Christian Wolters behauptete, die Behörden hätten «konkrete Beweise» dafür, dass der Dreijährige getötet wurde. Anfang dieses Monats bestand er darauf, dass diese Informationen in einem Brief an Madeleines Eltern Kate und Gerry McCann weitergegeben wurden.

    Staatsanwaltschaft Braunschweig
    Der deutsche Staatsanwalt Hans Christian Wolters ist sicher, dass Christian Brückner Maddie getötet hat. - keystone

    «Wir haben konkrete Beweise dafür, dass unser Verdächtiger Madeleine getötet hat, und das bedeutet, dass sie tot ist», sagte er. «Den Eltern wurde gesagt, dass die deutsche Polizei Beweise dafür hat, dass sie tot ist. Aber wir haben ihnen die Einzelheiten nicht mitgeteilt.»

    Ohne fehlenden Beweis könnten Ermittlungen gestoppt werden

    Trotzdem hat der Staatsanwalt nun erklärt, dass «die Ermittlungen möglicherweise nicht zu einer Anklage wegen Mordes an Madeleine McCann führen werden». Da die Ermittlungen «gestoppt werden könnten, wenn wir den noch fehlenden Beweis nicht finden».

    Der «Braunschweiger Zeitung» sagte er: «Ich kann den Ausgang unserer Ermittlungen derzeit nicht vorhersagen, aber wir sind nach wie vor von der Schuld der Angeklagten überzeugt und hoffen auf weitere erfolgversprechende Ermittlungsansätze.»

    Fall Maddie McCann
    Christian B. könnte wegen fehlender Beweise noch nicht wegen Mordes angeklagt werden. - Keystone, Privat/Screenshot bild.de

    Die Behörden analysieren derzeit 400 Anrufe, die sie nach einem Aufruf zur Information vor drei Wochen zu dem Fall erhalten haben, berichtete die «Sun». Wolters sagte, er sei «hoffnungsvoll, weitere Opfer zu finden, die von dem Verdächtigen sexuell missbraucht wurden». Unabhängig davon, ob sie ihn für das Verschwinden von Madeleine anklagen können.

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