Mord an Kandidat in Ecuador: Prozess gegen Drahtzieher
In Ecuador kommen sieben mutmassliche Drahtzieher des Attentats auf Fernando Villavicencio vor Gericht. Unter ihnen ist Ex-Innenminister José Serrano.

In Ecuador sollen sieben Personen als mutmassliche Drahtzieher des tödlichen Attentats auf den einstigen Präsidentschaftskandidaten Fernando Villavicencio vor Gericht gestellt werden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes auf der Plattform X mit.
Unter den Angeklagten befindet sich nach übereinstimmenden Medienberichten auch der ehemalige Innenminister José Serrano (2011 – 2016), der den Mord vor gut drei Jahren nach Auffassung der Ermittler gemeinsam mit Mitverschwörern geplant haben soll. Im Gegensatz zu vier anderen Mitangeklagten befindet er sich seit August im Land, nachdem er aus den Vereinigten Staaten nach Ecuador gebracht wurde.
Zu den Angeklagten gehören des Weiteren ein ehemaliger Abgeordneter, zwei Unternehmer sowie drei Mitglieder der kriminellen Organisation «Los Lobos».
Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Beweise nach eigenen Angaben in insgesamt 210 Akten zusammengetragen. Der zuständige Richter Giovanny Freire mit Sitz in Quito sah die Beweise der Anklagebehörde als hinreichend an, um den Prozess zu eröffnen, wie das Onlineportal Ecuavisa berichtet.
Der Oppositionspolitiker und frühere Investigativjournalist Villavicencio war im August 2023 kurz vor der Präsidentenwahl nach einer Wahlkampfveranstaltung in der Hauptstadt Quito von einem Auftragsmörder erschossen worden. Die Regierung machte das organisierte Verbrechen für die Tat verantwortlich. Villavicencio hatte angekündigt, im Falle seines Wahlsiegs hart gegen Korruption und Kriminalität durchzugreifen.
Fünf Personen, die an der direkten Durchführung des Attentats beteiligt waren, wurden bereits 2024 verurteilt. Der Todesschütze kam nach der Tat durch Sicherheitskräfte ums Leben.














