Frankreich will seinen Einsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Irak auch nach einem möglichen Abzug der US-Armee aus dem Land fortsetzen.
Macron (r.) und der irakische Regierungschef al-Kadhemi
Macron (r.) und der irakische Regierungschef al-Kadhemi - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Frankreichs Präsident warnt bei Regionalgipfel vor anhaltender Gefahr durch IS.

«Unabhängig von den amerikanischen Entscheidungen werden wir unsere Präsenz im Kampf gegen den Terrorismus im Irak aufrechterhalten, solange der Irak darum bittet», sagte der französische Präsident Emmanuel Macron am Samstag bei einem Besuch in der irakischen Hauptstadt Bagdad. «Wir verfügen über die operativen Kapazitäten, um diese Präsenz zu gewährleisten.»

Macron hatte zuvor an die internationale Gemeinschaft appelliert, im Kampf gegen den IS «nicht unachtsam» zu werden. «Ich weiss, dass der Kampf gegen diese Terroristengruppen eine Priorität für Ihre Regierung ist», sagte Macron nach einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Mustafa al-Kadhemi.

Der französische Präsident war zwei Tage nach dem verheerenden Selbstmordanschlag am Kabuler Flughafen zu einem Regionalgipfel nach Bagdad gereist, an dem auch Ägyptens Staatschef Abdel al-Fattah al-Sisi und der jordanische König Abdullah II. teilnahmen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand der Kampf gegen den IS und andere radikalislamische Gruppen.

Zu dem Selbstmordanschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul am Donnerstag hatte sich der afghanische IS-Ableger - Islamischer Staat Provinz Chorasan (IS-K) - bekannt. Bei dem Anschlag wurden dutzende Menschen getötet, darunter 13 US-Soldaten. Einige Medien berichteten von insgesamt rund 170 Toten.

Unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump war der Grossteil der US-Truppen aus dem Irak abgezogen worden. Sein Nachfolger Joe Biden kündigte im Juli an, dass der Kampfeinsatz der US-Truppen Ende des Jahres eingestellt werde. Die US-Armee werde die irakischen Regierungstruppen aber auch danach als Berater und Ausbilder unterstützen. Derzeit sind noch 2500 US-Soldaten im Irak stationiert.

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