Luftballons als Zeichen des Protests gegen Lukaschenko in Belarus

    Keystone-SDA
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    Weissrussland,

    In Minsk gingen erneut hunderte Anhänger der Opposition auf die Strassen, um gegen Machthaber Alexander Lukaschenko zu demonstrieren.

    Belarus
    Die Proteste in Belarus dauern mittlerweile schon vier Monate. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Opposition ging in Minsk mit Luftballonen auf die Strassen.
    • Damit sollten weitere Festnahmen vor dem Jahreswechsel verhindert werden.
    • Die Demonstranten fordern weiterhin den Rücktritt von Alexander Lukaschenko.

    Hunderte Menschen haben in Belarus ihren Protest gegen Machthaber Alexander Lukaschenko fortgesetzt. Sie liessen am Sonntag in der Hauptstadt Minsk weisse und rote Luftballons als Zeichen ihres Unmuts aufsteigen.

    Andere zogen mit der weiss-rot-weissen Fahne der Opposition durch Wohngebiete, wie Bilder und Videos im Nachrichtenkanal Telegram zeigten. Dabei kam es demnach zu mehreren Festnahmen. Ein massenhaftes Eingreifen vermummter Sicherheitskräfte wie in den Vorwochen blieb zunächst aus.

    Opposition fordert Rücktritt Lukaschenkos

    Die Opposition hatte zu der Luftballon-Aktion aufgerufen - auch um viele Festnahmen vor den anstehenden Feierlichkeiten zum Jahreswechsel zu verhindern. Seit Beginn der Proteste vor mehr als vier Monaten kamen über 30'000 Menschen in Polizeigewahrsam.

    Lukaschenko belarus
    Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko. (Archivbild) - sda

    Die Demokratiebewegung fordert Lukaschenkos Rücktritt, aber auch Neuwahlen und die Freilassung aller politischen Gefangenen. Die Sicherheitskräfte sind erneut mit einem grossen Aufgebot in Minsk gewesen.

    Auf Bildern waren Gefängnistransporter zu sehen gewesen. Es waren zudem Unterstützer des autoritären Staatschefs in der Hauptstadt unterwegs. Sie hätten die vorbeifahrenden Polizisten begrüsst, berichtete das unabhängige Nachrichtenportal «tut.by».

    EU sieht Tichanowskaja als Siegerin

    Der 66-jährige Lukaschenko hatte sich nach der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August nach 26 Jahren an der Macht mit 80,1 Prozent erneut zum Sieger erklären lassen.

    Die EU erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Die Demokratiebewegung sieht Swetlana Tichanowskaja als Gewinnerin. Sie war ins EU-Land Litauen geflohen.

    Swetlana Tichanowskaja
    Die belarussische Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja musste flüchten. (Archivbild) - AFP

    Als ein Zeichen der Hoffnung nannte die Opposition die Aufhebung des Einreiseverbots für den Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz. Er feierte an Weihnachten Gottesdienste in Minsk. Er sei endlich wieder zu Hause, hatte das Oberhaupt der belarussischen Katholiken in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief geschrieben.

    Papst Franziskus hatte sich für seine Rückkehr bei Lukaschenko eingesetzt. Der Staatschef selbst sagte der Staatsagentur «Belta» zufolge, es habe keine politischen Gründe für seine Entscheidung gegeben.

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