Litauen dankt Island für Anerkennung der Unabhängigkeit vor 30 Jahren
Litauen hat am Donnerstag an den 30. Jahrestag der Anerkennung seiner wiederhergestellten Unabhängigkeit durch Island erinnert. Als weltweit erstes Land hatte der kleine Inselstaat am 11. Februar 1991 Litauen als Staat offiziell anerkannt. In einem Video dankten Parlamentspräsidentin Viktorija Cmilyte-Nielsen und mehrere Abgeordnete für die damalige Unterstützung im Freiheitskampf. Der symbolische internationale Schritt sei eine entschiedene Reaktion auf die Ereignisse im Januar 1991 und ein Hoffnungsschimmer für die litauische Bevölkerung gewesen, betonten sie.

Das Wichtigste in Kürze
- Litauen hatte sich am 11.
März 1990 nach Jahrzehnten der unfreiwilligen Zugehörigkeit als erste Sowjetrepublik von Moskau losgesagt. Damit ging Vilnius auf direkten Konfrontationskurs zu Moskau, das eine Handelsblockade verhängte und Litauen zur Umkehr aufforderte. Es blieb nicht bei Drohgesten: Beim «Blutsonntag» am 13. Januar 1991 starben 14 Zivilisten bei einem Panzereinsatz der Sowjetarmee am Fernsehturm in Vilnius.
Endgültig erhielt Litauen seine 1940 verlorene Freiheit erst im Herbst 1991 zurück, seit 2004 gehört der Ostseestaat mit knapp drei Millionen Einwohnern der EU und Nato an.
«Islands Mut und Unterstützung für Litauen im schicksalhaften Jahr 1991 verpflichten uns heute, demokratische Prozesse in unseren Nachbarländern zu unterstützen», sagte Cmilyte-Nielsen mit Blick auch auf Belarus (Weissrussland). Litauen ist international einer der grössten Fürsprecher der Demokratiebewegung im Nachbarland.