Vor mehr als zwei Jahren wurde der türkische Bürgerrechtsaktivist und Kulturmäzen Osman Kavala verhaftet. Eine Freilassung ist bislang nicht in Sicht.
Osman Kavala
Kulturmäzen Osman Kavala kommt vorerst nicht frei. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein türkisches Gericht entschied sich gegen Osman Kavalas Freilassung.
  • Die nächste Anhörung wurde für den 28. Januar angesetzt.

Der seit mehr als zwei Jahren inhaftierte türkische Bürgerrechtsaktivist und Kulturmäzen muss weiter in Haft bleiben. Dies entschied ein Gericht in Silivri bei Istanbul am Dienstag.

Es war die erste Anhörung Kavalas, seit der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am 10. Dezember seine «sofortige Freilassung» gefordert hatte. Auch der Angeklagte selbst verlangte am Dienstag erneut ein Ende seiner «illegalen» Haft.

Die Vorwürfe gegen ihn seien «komplett unbegründet», sagte Osman Kavala im Gerichtssaal. Die Richter lehnten eine Freilassung jedoch ab und setzten die nächste Anhörung für den 28. Januar an.

Steckt Osman Kavala hinter den Gezi Protesten?

Der renommierte Unternehmer und Kulturförderer Kavala war im Oktober 2017 festgenommen worden. Erst nach mehr als einem Jahr legte die Staatsanwaltschaft in dem Fall eine Anklageschrift vor. Osman Kavala wird darin vorgeworfen, die regierungskritischen Gezi-Proteste im Sommer 2013 finanziert und organisiert zu haben.

Osman Kavala
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. - dpa

Die Proteste hatten sich im Mai 2013 entzündet. Grund dafür waren die Plänen von Recep Tayyip Erdogan zur Bebauung des Istanbuler Gezi-Parks. Nach einem brutalen Polizeieinsatz gegen Umweltschützer weiteten sie sich aufs ganze Land aus.

rst nach Wochen gelang es Erdogan, die Protestbewegung niederzuschlagen. Der heutige Staatspräsident betrachtet sie als Verschwörung zum Sturz seiner Regierung.

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