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    Kühe sind laut neuer Studie schlauer als gedacht

    Keystone-SDA
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    Österreich,

    Von wegen «dumme Kuh»: Eine neue Studie zeigt auf, dass Kühe offenbar intelligenter sind, als man denkt. Mit gezieltem Werkzeuggebrauch können sie sich kratzen.

    Veronika Kuh
    Die Kuh Veronika aus Kärnten begeistert die Forschenden derzeit. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die österreichische Kuh Veronika begeistert Forschende aus Wien.
    • Veronika kann sich mit einem Besen selbständig gezielt an Körperstellen kratzen.
    • Für das Forschungsteam ist diese Erkenntnis neu.

    Die Kuh Veronika bringt Forschende zum Staunen: Sie kann sich mit einem Besen gezielt an verschiedensten Stellen am Körper kratzen.

    Das gilt als Werkzeuggebrauch – eine Fähigkeit, von der man bisher nicht wusste, dass Rinder sie beherrschen.

    Dies stellt die bisherige Einschätzung der kognitiven Fähigkeiten von Rindern in Frage. Das teilten Wissenschaftler des von der Schweizer Messerli-Stiftung finanzierten Forschungsinstituts für Mensch-Tier-Beziehung in Wien (Ö) mit.

    Der entsprechende Bericht wurde in einer am Montag im Fachblatt «Current Biology» veröffentlichten Studie aufgeführt.

    «Lange Zeit ist man quasi automatisch davon ausgegangen, dass Kühe dumm sind.» Das sagte die Studienleiterin Alice Auersperg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der gängige Spott «dumme Kuh» gerät durch die Studie aber ins Wanken.

    Anfängliche Zweifel

    Auersperg hatte nach der Veröffentlichung eines Buches über Tierintelligenz eine E-Mail mit einem Video der Kuh Veronika erhalten.

    «Bei solchen Videos sind wir immer vorsichtig. In Zeiten von Deepfakes weiss man nie, ob Videos echt sind», so die Forscherin.

    Schrubben
    Veronika nutzt einen Besen als Multifunktionswerkzeug und kratzt sich so an diversen Körperstellen. - keystone

    Darum reiste die Forscherin zusammen mit ihrem Postdoktoranden Antonio Osuna-Mascaro in die kleine Berggemeinde im österreichischen Kärnten. Dort lebt Veronika.

    «Wir haben gedacht, dass es vielleicht ein, zwei Tage dauern wird, bis wir dieses Verhalten sehen», sagte Auersperg.

    «Aber wir gingen auf diese Weide. Und innerhalb von Sekunden hob Veronika einen Stock mit der Zunge auf.» Die Kuh habe ihn anschliessend im Maul fixiert und begonnen, sich damit zu kratzen.

    Bisher bei Schimpansen beobachtet

    In der Studie beschreiben die Forschenden Veronikas auffällige Flexibilität. In einem Experiment gaben sie der Kuh einen Besen.

    Dabei nutzte Veronika das Borstenende der Bürste für den oberen, dickhäutigeren Körperbereich wie den Rücken. Für empfindlichere untere Partien wie das Euter oder Hautlappen am Bauch verwendete sie hingegen das glatte Stielende.

    Dieses differenzierte Vorgehen wird in der Studie als Mehrzweck-Werkzeuggebrauch bezeichnet. Ein solches Verhalten wurde laut der Studie bisher in vergleichbarer Weise beständig nur bei Schimpansen dokumentiert

    Werkzeuggebrauch sei aber nicht gleich Werkzeuggebrauch, erklärte die Forscherin.

    Ein auf den eigenen Körper gerichtetes Verhalten, wie es Veronika zeigte, gilt demnach als kognitiv einfach. Viel einfacher als ein auf die Umwelt gerichteter Werkzeuggebrauch, wie etwa bei Schimpansen, die mit Stöcken nach Termiten angeln.

    Dennoch sei Veronikas Flexibilität und technische Finesse für ein Rind beeindruckend, betonte die Forscherin.

    Nicht alle Kühe nutzen Werkzeuge

    Veronika ist eine Braunvieh-Kuh, wie sie zu Tausenden auch in Schweizer Ställen und Weiden steht. Sie ist 13 Jahre alt und wird nicht in der Landwirtschaft zur Produktion, sondern als Haustier gehalten.

    Laut ihrem Besitzer begann sie im Alter von drei oder vier Jahren von sich aus, herabgefallene Äste aufzuheben. Anschliessend kratzte sie sich damit.

    Der Fall Veronika beweise nicht, dass alle Kühe Werkzeuge benutzen, erklärte die Forscherin. Aber er zeige, dass Rinder grundsätzlich die kognitiven Voraussetzungen dafür haben könnten.

    Magst du Kühe?

    In der üblichen Haltung in der Landwirtschaft, die oft wenig Anreize bietet, bleibt dieses Potenzial wahrscheinlich verborgen.

    Recherchen der Forschenden auf Social-Media-Plattformen förderten weitere Videos von Rindern zutage, die sich mit Stöcken kratzen.

    Darunter waren sowohl europäische Hausrinder (Bos taurus) wie Veronika als auch Zebu-Rinder (Bos indicus). Dies deute darauf hin, dass die Fähigkeit zum Werkzeuggebrauch eine ältere, in der Abstammungslinie der Rinder verankerte Veranlagung sein könnte.

    Weitere schlaue Kühe gesucht

    Für weitere Untersuchungen suchen die Forschenden nach weiteren Tieren mit solchen speziellen Fähigkeiten.

    Leute, die ein ähnliches Verhalten bei Kühen oder anderen Nutztieren beobachten, sollten sich melden, so die Forschenden.

    Denn die kognitiven Fähigkeiten von Nutztieren seien bisher kaum untersucht. Es sei absurd, so wenig Interesse für diese Tiere zu haben, von denen man so viele um sich herum habe.

    Dabei hätten die kognitiven Fähigkeiten dieser Tiere durchaus auch moralische Implikationen für die Mensch-Tier-Beziehung. Intelligente Tiere hätten höhere Ansprüche an ihre Umgebung. Die Ergebnisse könnten daher für die Diskussion über artgerechte Tierhaltung relevant sein.

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    Kommentare

    User #5903 (nicht angemeldet)

    Ich liebe Kühe -sie sind sanftmütig , es sei denn sie müssen sich verteidigen.,

    User #1531 (nicht angemeldet)

    Oktopusse und Kalmare sind auch hochintelligente Lebewesen (das weiss man schon eeeewigs lange), und trotzdem werden sie täglich zu hundertausenden gegart, gebraten und fritiert. Also was solls?

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