Wegen des Ukrainekriegs drohen die Lebensmittel auf der Welt knapp zu werden. Die EU-Kommission will deshalb die heimische Produktion erhöhen.
Die EU-Kommission will auch für Umweltschutz vorgesehene Flächen zum Nahrungs- und Futtermittelanbau nutzen. (Archivbild)
Die EU-Kommission will auch für Umweltschutz vorgesehene Flächen zum Nahrungs- und Futtermittelanbau nutzen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP/THOMAS HAENTZSCHEL

Das Wichtigste in Kürze

  • Dir EU-Kommission reagiert auf die wegen des Ukrainekriegs drohende Lebensmittelknappheit.
  • Ackerflächen sollen nun genutzt werden, um die Produktion von Lebensmitteln auszuweiten.

Bauern sollen in der EU künftig für Umweltschutz vorgesehene Ackerflächen nutzen dürfen. So soll verhindert werden, dass noch mehr Menschen auf der Welt hungern. Auf den Nutzflächen sollten künftig Nahrungs- und Futtermittel angebaut werden können, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit.

Zudem sollen Bäuerinnen und Bauern in der EU mit knapp 500 Millionen Euro unterstützt werden.

Ukraine-Krise beeinflusst Getreideproduktion negativ

So soll sichergestellt werden, dass sich steigende Preise etwa für Dünger und Sprit nicht auf die Ernährungssicherheit auswirken. Landwirte, die nachhaltig produzieren, sollen dabei Vorrang haben.

Getreideproduktion
Der Ukraine-Krieg beeinglusst die Getreideproduktion negativ. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine werden vor allem für ärmere Länder verheerende Folgen befürchtet. Die Ukraine und Russland sind wichtige Produzenten von günstigem Getreide - vor allem Weizen. Die beiden Länder liefern nach Angaben der EU-Kommission zusammen rund 34 Prozent des Weizens für die Weltmärkte. Importeure wie Jemen, Bangladesch, Pakistan, Sudan und Nigeria seien zum Teil bereits stark von Ernährungsunsicherheit betroffen.

Umweltschützer und Politiker von SPD und Grünen kritisieren, dass mit der Massnahme an den falschen Stellen angesetzt werde. Die potenziellen zusätzlichen Erträge auf den landwirtschaftlichen Flächen der EU seien global gesehen minimal. Mehr Effekt habe es, wenn weniger Flächen für die Futter- und mehr für die Lebensmittelproduktion genutzt würden. Nach Angaben von Greenpeace werden 71 Prozent der Agrarnutzfläche in der EU dazu verwendet, Tiere zu füttern.

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