Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster, erwartet die Einführung des Warnsystems «Cell Broadcast» nicht vor Herbst nächsten Jahres.
Überschwemmungen in Altenahr
Überschwemmungen in Altenahr - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Schuster: Mobilfunkbetreiber müssen jetzt liefern.

«Wenn man ein bisschen Druck macht, kann man es bis zum dritten Quartal 2022 schaffen», sagte Schuster am Mittwoch im Radioprogramm SWR Aktuell.

Teilweise hätten die Pläne dafür bereits vor der Flutkatastrophe fertig in der Schublade gelegen, sagte Schuster weiter. Deshalb habe auch der Bundestag schnell über das Sirenen-Förderprogramm und das digitale Warnschutzsystem «Cell Broadcast» entscheiden können. Jetzt müssten jedoch die Mobilfunkbetreiber liefern.

Deutschland ist laut dem Katastrophenschutz-Präsident mit seinen Bemühungen zur Aktualisierung der Warninfrastruktur im europäischen Vergleich relativ weit vorne. Das Gesetz sei geändert und jetzt werde an der Umsetzung gearbeitet. «Und dann sind wir, wenn wir es nächstes Jahr geschafft haben, nicht eines der letzten, sondern noch eines der ersten Länder», sagte Schuster.

Das Warnsystem soll es ermöglichen, an alle Handys in der Funkzelle eines Katastrophengebiets eine Textnachricht zu verschicken, auch ohne die jeweilige Rufnummer des Empfängers zu kennen. Die Einführung der in anderen Ländern bereits verwendeten Technologie war nach der Hochwasserkatastrophe im Juli im Westen Deutschlands gefordert worden, bei der mindestens 180 Menschen ums Leben gekommen waren.

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