Kardinal Marx kritisiert Umgang mit Missbrauchs-Gutachten

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Deutschland,

In einem Gutachten sollte der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen im Erzbistum Köln untersucht werden. Doch als es fertig war, entschied sich Kardinal Woelki gegen eine Veröffentlichung. «Verheerend», findet sein Münchner Amtskollege Marx.

Kardinal Reinhard Marx: «In der Öffentlichkeit wird nun wahrgenommen, dass Juristen über Spitzfindigkeiten auf dem Rücken der Betroffenen streiten.». Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Kardinal Reinhard Marx: «In der Öffentlichkeit wird nun wahrgenommen, dass Juristen über Spitzfindigkeiten auf dem Rücken der Betroffenen streiten.». Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Nichtveröffentlichung eines Gutachtens zum sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen des Erzbistums Köln als «verheerend für uns alle» bezeichnet.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hatte das Gutachten bei einer Münchner Kanzlei in Auftrag gegeben - nach der Fertigstellung aber beschlossen, es doch nicht zu veröffentlichen. Auf die Frage, wie er das bewerte, sagte Marx der «Süddeutschen Zeitung»: «In der Öffentlichkeit wird nun wahrgenommen, dass Juristen über Spitzfindigkeiten auf dem Rücken der Betroffenen streiten. Das ist verheerend für uns alle.»

Er habe für München und Freising ebenfalls ein Gutachten in Auftrag gegeben, bei derselben Kanzlei. «Es wird - so denke ich - im nächsten Jahr vorgelegt», sagte der Kardinal.

Woelki hatte ursprünglich ein Gutachten bei einer Münchner Kanzlei in Auftrag gegeben. Die Kanzlei sollte den Umgang des Erzbistums mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Priester untersuchen. Nachdem die Kanzlei das Gutachten fertiggestellt hatte, beschloss Woelki aber, es doch nicht zu veröffentlichen. Dafür führte er rechtliche Bedenken an und verwies auf den Rat hinzugezogener Juristen, die dem Gutachten methodische Mängel anlasteten. Die Kanzlei wies das zurück. Woelki beauftragte stattdessen einen Kölner Strafrechtler damit, ein neues Gutachten zu erstellen. Es soll im März fertig werden.

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