10-Millionen-Initiative gefährdet laut Allianz die Kinderrechte

Keystone-SDA
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Obwalden,

Eine Allianz von Kinder- und Jugendorganisationen warnt vor der «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative.

Kinderrechte
Die 10-Millionen-Initiative gefährdet laut Allianz die Kinderrechte. - keystone.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Allianz warnt, die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» gefährde Kinderrechte.
  • Die Kündigung der UNO-Kinderrechtskonvention beschädige die Reputation der Schweiz.
  • Kinderrechte dürften nicht von statistischen Schwellenwerten abhängig gemacht werden.

Eine Allianz von Kinder- und Jugendorganisationen hat vor der Annahme der «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative gewarnt.

Die Vorlage gefährde die Kinderrechte und könnte zur Kündigung der Uno-Kinderrechtskonvention führen. Abgestimmt wird am 14. Juni.

Die Initiative gefährde den Schutz der Rechte aller Kinder und Jugendlichen in der Schweiz. Das teilte die Allianz von Kinder-, Jugend- und Nichtregierungsorganisationen am Montag mit.

Die «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative hat weitreichende Auswirkungen

Zu den unterzeichnenden Organisationen gehören unter anderem Pro Juventute, Kinderschutz Schweiz, SOS Kinderdorf Schweiz oder die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände.

Eine Annahme der Initiative würde zu konkreten Verletzungen der Kinderrechte im Migrations- und Asylwesen führen. Diese würde Einschränkungen im Asylbereich und beim Familiennachzug vorsehen.

Solche Massnahmen würden Kinder von ihren Eltern trennen oder sie in unsicheren Verhältnissen zurücklassen.

Die grösste Gefahr sei jedoch eine mögliche Kündigung der Uno-Kinderrechtskonvention (KRK). Dies wäre ein historischer Rückschritt und würde die Glaubwürdigkeit der Schweiz als Hüterin humanitärer Tradition massiv beschädigen.

Theorie und Praxis gilt es zu beachten

Die Konvention sei kein abstraktes Papier, sondern wirke täglich in der Praxis. Sie verpflichte Behörden und Gerichte, das Kindeswohl bei allen staatlichen Entscheiden vorrangig zu berücksichtigen.

Kinderrechte seien nicht verhandelbar und dürften nicht von statistischen Schwellenwerten abhängig gemacht werden.

Die von der SVP lancierte Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» will die Bundesverfassung mit einem neuen Artikel zur «nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung» ergänzen.

Die ständige Wohnbevölkerung dürfe zehn Millionen Menschen vor dem Jahr 2050 nicht überschreiten.

Wird die Schwelle von 9,5 Millionen Menschen vor 2050 erreicht, müssten Bundesrat und Parlament Massnahmen ergreifen. Dazu zählten Einschränkungen bei der Niederlassungsbewilligung für vorläufig Aufgenommene und beim Familiennachzug.

Glaubst du, die Initiative der SVP wirkt sich auf die Kinderrechte in der Schweiz aus?

Internationale Abkommen, die das Bevölkerungswachstum fördern, müssten neu verhandelt oder gekündigt werden.

Als letzte Massnahme müsste die Schweiz das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU kündigen.

Kommentare

User #5909 (nicht angemeldet)

Die Initiative zwingt die Schweiz, das Bevölkerungswachstum stark zu senken. Statt rund 88’000 zusätzlicher Personen pro Jahr dürften es langfristig nur etwa 36’500 sein. Da der Geburtenüberschuss klein ist, müsste die Nettozuwanderung um rund 60–65% reduziert werden. Das führt direkt zu weniger verfügbaren Arbeitskräften. Rechnet man konservativ, fehlen jährlich rund 30’000 Erwerbstätige beziehungsweise etwa 24’000 Vollzeitstellen. Das entspricht rund 48 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr. Diese Lücke verschwindet nicht von selbst. Sie wird entweder durch höhere Produktivität, mehr inländische Erwerbsarbeit, geringere Leistungen oder weniger Wachstum ausgeglichen. Ohne Anpassung entstehen Engpässe, steigende Preise oder längere Wartezeiten. Die zentrale Logik ist einfach: Wenn Arbeitsangebot sinkt, während Nachfrage gleich bleibt, entsteht Knappheit. Die Initiative greift daher direkt in den Arbeitsmarkt ein, auch wenn sie formal nur die Bevölkerungszahl begrenzt.

User #4844 (nicht angemeldet)

Kinder sollen ab 15 arbeiten.

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