Eriwan und Baku würdigen Fortschritte im Friedensprozess

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Armenien,

Armenien und Aserbaidschan haben am Europagipfel ihre Fortschritte in Richtung Frieden hervorgehoben. Dabei war das Diskussionsformat gemäss dem armenischen Premierminister hilfreich.

Nikol Paschinjan
Der Premierminister Armeniens, Nikol Paschinjan. - keystone

Die Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) habe zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan beigetragen, sagte Nikol Paschinjan, Premierminister Armeniens, in seiner Eröffnungsrede des nun achten Treffens der EPG. Er verwies dabei unter anderem auf das erste Treffen der EPG im Herbst 2022 in Prag.

Damals hätten er und der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew die territorialen Grenzen ihres Gegenübers anerkannt. Dabei ging es insbesondere um die umstrittene Region Bergkarabach. Nun nehme Alijew erstmalig an einem Anlass in Armenien teil.

Die Teilnahme des aserbaidschanischen Präsidenten fand allerdings nicht vor Ort in Eriwan, sondern in einer Videoschaltung statt. In dieser sagte Alijew, dass beide Länder nun seit neun Monaten in Frieden leben würden. Sie seien dabei noch am «Lernen», aber der Frieden sei erreicht.

Seit dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der 90er-Jahre ist die Beziehung zwischen Armenien und Aserbaidschan aufgrund von Bergkarabach konfliktreich. Bergkarabach war bis 2023 hauptsächlich von Armenierinnen und Armeniern bevölkert, aber international stets Teil Aserbaidschans anerkannt.

Nach einem Krieg 2023 musste die armenische Bevölkerung aus der Region fliehen und fand in Armenien Zuflucht. Im Sommer 2025 unterzeichneten beide Staaten in Washington eine gemeinsame Erklärung, welche als Ziel den Frieden hat.

Der Ratspräsident der Europäischen Union, Antonio Costa, hob ebenfalls die besseren Beziehungen zwischen den beiden Staaten des Südkaukasus hervor. «Das Abkommen ist eine Friedensgeschichte in Europa, die gefeiert werden muss», sagte er im Plenum.

Weiter sprach er auch von der Teilnahme des kanadischen Premierministers Mark Carney. Mit ihm nimmt erstmals ein Nichteuropäer am Treffen der EPG teil.

Kanada würde wie Europa für eine regelbasierte Weltordnung einstehen. Zudem wolle das nordamerikanische Land unter anderem in Sicherheitsfragen mit Europa zusammenarbeiten.

Die Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) trifft sich zweimal jährlich. Sie umfasst 47 europäische Staaten sowie die Spitzen der Europäischen Union (EU), des Europarats, des Nordatlantikpakts (Nato) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Gemäss offiziellen Angaben nehmen am Treffen in Eriwan 43 Staats- und Regierungschefs sowie Spitzen der internationalen Organisationen vor Ort teil. Für die Schweiz reiste Bundespräsident Guy Parmelin an.

Kommentare

Weiterlesen

Nadine
136 Interaktionen
Bund warnt vor Trend
donald trump
4 Interaktionen
Mit Iran-Krieg

MEHR IN NEWS

SRF-Panne
Panne bei «10 vor 10»
Bahnhof Winterthur
Bahnhof Winterthur ZH
Commerzbank
Mailand/Frankfurt

MEHR AUS ARMENIEN

Selenskyj
27 Interaktionen
Eriwan
6 Interaktionen
Eriwan
Kallas
13 Interaktionen
Eriwan