Vorwurf an «Timmy»-Captain: «Endlich ist das Mistvieh weg»
Nach Timmys Freilassung eskaliert der Streit: Tierärztin Kirsten Tönnies erhebt schwere Vorwürfe gegen Crew und Kapitän und berichtet von Drohungen an Bord.

Das Wichtigste in Kürze
- Tierärztin Dr. Tönnies wirft dem Kapitän der «Fortuna B» Drohungen vor.
- Ein Crew-Mitglied soll über Timmy gesagt haben: «Endlich, das Mistvieh ist jetzt weg».
- Rätsel geben auch der deaktivierte GPS-Tracker sowie die Kursänderung des Schiffs auf.
Dr. Kirsten Tönnies hat die Timmy-Rettungsaktion als Tierärztin der privaten Initiative begleitet.
Sie machte ihrem Ärger bereits am Samstagabend mit einem Wut-Post auf Facebook Luft. «Es ist eine unfassbare Frechheit, was hier abgeht», schrieb Tönnies.
Und weiter: «Ich bin so wütend (...). Die machen mit Buckelwal Timmy, was sie wollen.»
Nau.ch berichtete über den Streit. Nun geht die Schlammschlacht in eine nächste Runde. Im Fokus steht nun vor allem der Kapitän des Transportschiffs «Fortuna B».
Weshalb änderte der Schlepper seinen Kurs?
Der Schlepper hätte ursprünglich bereits am frühen Abend wieder in Cuxhaven eintreffen sollen. Doch kurz vor dem Ziel kam es zu einer überraschenden Kursänderung.
Beobachter registrierten, dass das Schiff zunächst abdrehte. Möglicherweise wegen eines aufziehenden Gewitters.
Wenig später folgte jedoch die nächste unerwartete Wendung: Statt den Hafen anzusteuern, nahm die «Fortuna B» erneut Kurs auf, diesmal in Richtung Wilhelmshaven.
Zwischenzeitlich war das Schiff zudem nicht mehr über gängige Tracking-Portale auffindbar: Der GPS-Sender war offenbar deaktiviert.
Tönnies Abrechnung mit der Crew
Erst später am Abend lief das Schiff schliesslich doch noch in den Hafen ein, begleitet von einem Boot der Wasserschutzpolizei. Teile des Areals wurden abgesperrt, Gründe dafür sind bislang nicht bekannt.
Kurz nach ihrer Ankunft verliess Tönnies das Schiff – und rechnete öffentlich mit der Crew ab. Die letzten Tage an Bord seien für sie «wirklich mulmig» gewesen.
«Die Situation war wirklich unangenehm», sagt sie. Zwar habe man ihr nichts angetan, doch der Kapitän habe Gespräche konsequent verweigert.
«Bis hin, dass er mir gedroht hat, er könne mich auch in Arrest nehmen. Alles ziemlich ungemütlich. Ich war völlig allein am Ende, isoliert», so die Tierärztin.
Besonders brisant sind auch ihre Schilderungen zum Umgang mit Wal Timmy. So soll an Bord der Satz gefallen sein: «Endlich, das Mistviech ist jetzt weg, das ist die Hauptsache, nächstes Projekt.»
«Gegen die Natur der Tiere»
Bei der eigentlichen Freilassung war Tönnies nach eigenen Angaben nicht vor Ort. Ihr sei später berichtet worden, dass das Tier mithilfe von Seilen rückwärts aus dem Transport gezogen worden sei.
«Ich habe Verletzungen am Maul gesehen. Die waren nicht schön, aber überlebbar», erklärt sie.
«Ich bin sehr kritisch mit dem Rückwärtsrausziehen. Vorwärts ist okay. Rückwärts ist gegen die Natur der Tiere, damit bin ich nicht einverstanden.»
Allerdings wurden auch gegen Tönnies selbst Vorwürfe laut. Ihr sei unterstellt worden, interne Informationen weitergegeben zu haben.
«Habe ich aber nicht. Ich habe intern eine Meldung gemacht, dass ich total ablehne, was hier passiert. Das hat jemand von intern herausgegeben», sagt die Tierärztin dazu.















