Jetzt meldet sich Familie von getötetem Kontrolleur
Nachdem der Kontrolleur Serkan C. bei seiner Arbeit getötet wurde, meldet sich seine Familie zu Wort.

Das Wichtigste in Kürze
- Serkan C. starb nach einem gezielten Schlag bei einer Billetkontrolle im Zug.
- Der Anwalt des zweifachen Vaters meldet sich nun zu Wort und spricht für Serkans Familie.
- Er spricht von der Tat als Zeichen zunehmender Gewalt im öffentlichen Raum.
Serkan C. wurde nur 36 Jahre alt.
In einer deutschen Regionalbahn wird der Vater zweier Kleinkinder bei einer Billettkontrolle zu Tode geschlagen. Er stirbt später im Spital an den Folgen einer Hirnblutung.
Die Familie und Freunde von Serkan C. trauern um einen Mann, der für viele ein verlässlicher Anker war. Nun meldet sich seine Familie über Anwalt Yalcın Tekinoglu gegenüber der «Bild» zu Wort.
Verantwortung und Berufung
Serkan C. sei «warmherzig, freundlich, ruhig und zuverlässig» gewesen, heisst es im Bericht.
Der Ludwigshafener war der älteste von fünf Brüdern und übernahm früh Verantwortung. Auch als alleinerziehender Vater von zwei kleinen Kindern lebte er diese Verantwortung Tag für Tag. Und Serkan C. hatte eine grosse Liebe – und grosse Pläne.
«Er freute sich auf die gemeinsame Zukunft und die geplante Hochzeit», schreibt sein Anwalt.
Die Bestürzung bei Serkan C.s Kollegen sei enorm gewesen. Viele nahmen am islamischen Totengebet in Ludwigshafen teil, was der Familie ein Gefühl der Solidarität gegeben habe.
Die Familie sei sich sicher, dass es Serkan C. gefallen hätte, «zu sehen, wie viele Menschen sich mit ihm solidarisch gezeigt haben».
Bei den Angehörigen überwiegt der Schmerz, nicht die Wut.
Und die Familie wählt deutliche Worte: «Die Gewalt im öffentlichen Raum und die Verrohung gegenüber Einsatz- und Rettungskräften, medizinischem Personal, Beschäftigten im Öffentlichen Dienst und vielen weiteren Berufsgruppen nimmt zu. Diese Entwicklung darf nicht hingenommen werden», zitiert die «Bild» den Anwalt.
Vater erleidet Herzinfarkt nach Nachricht von Tod
Tragisch: Sein Vater erfuhr die Nachricht vom Tod seines Sohnes an seinem eigenen Geburtstag. Und das nur wenige Stunden, nachdem Serkan C. ihm noch gratuliert hatte.
Der Schock führte beim Vater zu einem Herzinfarkt.




















