Deutschland: Ehemaliger FDP-Politiker soll Bub missbraucht haben
In Deutschland wurde Anklage wegen Kindesmissbrauch gegen einen ehemaligen FDP-Politiker erhoben.

Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland wird ein ehemaliger FDP-Politiker wegen Kindesmissbrauch angeklagt.
- Hartmut Ebbing wurde zuvor bereits wegen kinderpornografischem Material verurteilt.
- Auch die Mutter des zur Tatzeit sieben Jahre alten Buben muss vor Gericht.
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Anklage gegen den früheren Bundestagsabgeordneten Hartmut Ebbing erhoben. Dem 69-Jährigen wird zur Last gelegt, sich im Jahr 2021 an einem damals siebenjährigen Jungen vergangen zu haben. Die Tat soll gemeinschaftlich mit der Mutter des Kindes erfolgt sein.
Mitangeklagt ist eine 51-jährige Lehrerin aus dem Raum Goslar. Ihr wird vorgeworfen, ihren Sohn missbraucht sowie belastendes Bildmaterial angefertigt und weitergegeben zu haben. Gegen sie wird unter anderem wegen eines Verbrechens gegen Schutzbefohlene ermittelt.
Ebbing sass von 2017 bis 2021 für die FDP im Deutschen Bundestag. In seiner damaligen Kandidatur hatte er sein Engagement in einem Verein für Kinder- und Jugendrechte hervorgehoben.
Erste Verurteilung wegen Kinderpornografie
Bereits im Februar 2025 war Ebbing vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin in einem anderen Verfahren zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Es ging dabei um den Erwerb kinderpornografischer Inhalte in vier Fällen und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte in elf Fällen.
Ebbing, selbst Vater von drei Kindern, wurde demnach zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Wie die «Bild» unter Berufung auf Justizkreise berichtet, wurden die Tagen zwischen September 2021 und Juni 2023 begangen.
Ebbing soll sich mit anderen online ausgetauscht und dabei Bilder von sexuellen Handlungen an Kindern unter 14 Jahren weitergegeben haben. Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang führten die Behörden zu weiterem Material, das schliesslich das nun anhängige Verfahren auslöste.
Mutter kennengelernt – Siebenjährigen missbraucht
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lernte Ebbing die Mutter des Kindes im Jahr 2021 über ein Onlineportal kennen. Die beiden gingen eine sexuelle Beziehung ein. Im Verlauf der Beziehung soll es zu den mutmasslichen Taten gekommen sein.
Auch die Mutter soll selbst sexuelle Handlungen an ihrem damals siebenjährigem Sohn vorgenommen haben. Diese Taten soll sie fotografiert und Bilder an Ebbing geschickt haben. Die Erklärung laut Staatsanwaltschaft: «Weil sie wusste, dass dieser sich darüber freuen werde.»
Im September 2021 soll der ehemalige Politiker schliesslich während eines Besuchs in Goslar den Jungen sexuell missbraucht haben. Die Anklage sieht einen Tatzeitpunkt im September 2021. Später soll die Mutter weitere Nacktfotos «mit eindeutig sexuellem Bezug» von ihrem sieben- und auch ihrem neunjährigen Sohn an Ebbing geschickt haben.
Ebbing wurde von der FDP zum Austritt gedrängt
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat gegen Ebbing Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben, gegen die Lehrerin wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und der Herstellung und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte.
Der Prozess gegen den früheren Bundestagsabgeordneten beginnt am 10. März vor dem zuständigen Landgericht. Im Falle einer Verurteilung könnte eine neue Strafe mit der bestehenden Bewährung zusammengeführt werden.

Ebbing wollte sich auf Anfrage der «Bild» nicht zu den Vorwürfen äussern. Die FDP wusste zunächst nichts von Vorwürfen, teilte später jedoch mit, dass Ebbing zum Austritt aufgefordert worden sei.
Der 69-Jährige ist damit nicht mehr Mitglied der Partei. «Kindesmissbrauch ist ein grausames und schlimmes Verbrechen, das die Opfer ein Leben lang begleitet und das wir auf das Schärfste verurteilen», so die FDP.












